Serie: Die rechtsmissbräuchliche Abmahnung. Folge 2
IT-Prozessrecht | 30. Juni 2010 — Missbrächliche Mehrfachverfolgung – OLG München, Urteil vom 17.01.2008, Az.: 6 U 1880/07 Das OLG München hatte sich…
Das Amtsgericht München hat am 16.11.2011 eine interessante Pressemitteilung herausgegeben, die die Law-Blogging-Welt (siehe hier, hier, hier und hier) und andere Foren (etwa die Anwalts-Mailing Liste (als geschlossenes Forum) in Wallung gesetzt hat. Die Kollegen haben die Pressemitteilung bereits in alle Einzelheiten zerlegt und deren für ein Gericht doch seltsame Formulierungen und Rechtsgrundlagen seziert und treffend kommentiert.
Ehrlich gesagt frage ich mich in der Zwischenzeit, warum das AG München so begeistert in das Horn der Abmahner trötet ?
Das AG München ist bundesweit nach meiner Erfahrung das Lieblingsgericht aller Filesharingabmahner. Wenn denn geklagt wird, dann hier. Auch ich betreue eine nicht gerade kleine, dreistellige Anzahl von Abgemahnten, und insgesamt gab es tatsächlich in den letzten Jahren erst eine (!) Klage und die wurde natürlich vor dem AG München erhoben. Und das nicht von den bekannten Rechtsanwälten von “WF” sondern einem der “Pornokanzleien”, die mit der Klage noch zusätzlich auf den “Schäm-Faktor” setzen. Es braucht schon ein gewisses Selbstbewußtsein um sich vor Gericht gewgen den Vorwurf des Downloads von anzüglichen Titeln zu rechtfertigen. Dazu war es in diesem Fall so, dass ich erst nach Klagerhebung zugezogen wurde. Offensichtlich werden mit besonderer Vorliebe diejenigen verklagt, die keine anwaltliche Vertretung haben – aber das nur so am Rande.
Jedenfalls wurde der Fall relativ schnell abgehandelt, nach einer fundierten Klageerwiederung meinerseits kam der Anruf vom Gericht, ob man sich nicht vergleichen wolle, der Vorschlag war Zahlung der Anwaltsgebühren auf Streitwert 10.000,-€ Verzicht auf “Schadensersatz” seitens der Klägerin, Kosten 40% für die Klägerin 60% für meine Partei . Argumentiert wurde seitens des Gerichts dahingehend, dass die Anwaltsgebühren beim AG München “immer” durchgehen würde, der Schadensersatz aber so gut wie nie, da die Anwaltsgebühren auf der Störerhaftung des Anschlussinhabers beruhen würde, für den Schadensersatz aber die Täterhaftung erforderlich sei, diese aber mit der üblichen Dokumentation der Verletzung nicht zu begründen sei. Wenn man streitig verhandeln würde und das Bestreiten seitens der Beklagten aufrecht erhalten würde, käme man um ein sehr teures Sachverständigengutachten nicht herum. Angesichts des Risikos eines Sachverständigengutachtens und der damit verbundenen Kosten knickte meine Partei angesichts des Kostenrisikos und der Verhältnismäßigkeit zu den geforderten Beträgen ein. Der Vergleich wurde dann nur noch protokolliert, insgesamt für das Gericht eine “schnelle Nummer”.
Ich hatte den Eindruck dass die oben beschriebene Vorgehensweise (insbesondere mit der telefonischen Vergleichswerbung) für das Gericht nichts ungewöhnliches war und dies seitens des AG München schon öfters durchexerziert wurde.
Dies bringt mich zu meiner Vermutung für die Motivlage …
» Vollständiger ArtikelErschienen 21. November 2011 auf http://mkb-rechtsanwaelte.de/blog/wordpress.
IT-Prozessrecht | 30. Juni 2010 — Missbrächliche Mehrfachverfolgung – OLG München, Urteil vom 17.01.2008, Az.: 6 U 1880/07 Das OLG München hatte sich…
rechtsanwalt.com | 8. Dezember 2011 — In einer Pressemitteilung vom 16.11.2011 warnt das Amtsgericht München vor der Teilnahme an Musik- und Filmtauschbörsen. Unte…
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 26. Juni 2009 — LG Darmstadt, Urteil vom 08.01.2008, Az. 16 O 164/07 §§ 12 UWG; 280 Abs. 1, 286 Abs. 1 BGB Das LG Darmstadt hat entschieden…
RA-Blog | 15. Januar 2007 — Don Dahlmann schreibt im Blog Abmahnung in Sachen Brötchenfoto: Die bekannten Probleme mit Abmahnungen liegen nicht nur dar…
Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 17. November 2011 — Das AG München hat in einer Pressemitteilung darüber informiert, dass derzeit beim AG München mehr als 1400 Klagen in Filesharing-…
Red Tape | 27. Mai 2010 — Es war wie üblich. Mandant hätte, wenigstens als Störer, zu haften, weil von der mittels Strafverfahren ermittelten, ihm zugeor…
Kanzleien im Internet | 8. Juni 2011 — Diese Zuständigkeitsregelung ist ja im Sinne des fliegenden Gerichtsstandes ganz nett für die Abmahner, da sie sich ihr Lieblin…
MKB Rechtsblog | 12. Mai 2010 — Heute hat der Bundesgerichtshof das lang erwartete Urteil in dem Filesharing-Fall “Sommer unseres Lebens” verkündet. Der BGH …
Presserecht aktuell | 18. November 2011 — In einer Pressemitteilung hat das Amtsgericht München am 16. November 2011 mitgeteilt, dass zurzeit 1400 Klagen wegen Fileshari…
Conle§i | 18. November 2011 — Das Amtsgericht München hat am 16. November 2011 eine Pressemitteilung veröffentlicht: http://www.justiz.bayern.de/gericht/ag/m…
Pressemitteilung des Amtsgerichts München
Wie auch immer ein solcher Antrag letztendlich beschieden werden wird – dem Ansehen des Gerichts hat die Pressemitteilung geschadet. Wenn das Gericht weiter über...