Tage wie dieser: Und dafür steht man um drei Uhr morgens auf ….
strafblog | 21. Februar 2013 — Airberlin Shit happens, aber diesmal war´s nicht die Bahn. Um drei Uhr bin ich heute morgen aufgestanden und ins Büro geeil…
Eigentlich sollte ich seit ein paar Minuten gemeinsam mit der Kollegin Nagel mit der Vorsitzenden des Schöffengerichts in München und einer Vertreterin der Staatsanwaltschaft zusammensitzen, um eine reichlich komplexe Wirtschaftsstrafe, die sich seit geraumer Zeit im Zwischenverfahren befindet, zu erörtern. Die Staatsanwaltschaft hat schon einmal die Anklage zurückgenommen und dann neu erhoben, nachdem das Gericht seinerzeit Nachbesserungen angeregt hatte.
Ob die jetzt vorliegende Anklage mehr Substanz hat, ist zumindest zweifelhaft, wir haben da eine ganze Menge an möglichen Einwendungen zusammengetragen, die wir heute zur Sprache bringen wollten.
Aber erstens kommt es manchmal anders, und zweitens als man denkt. Und das leider immer öfter. Als wir heute am Flughafen Köln ankamen, von wo wir nach München fliegen wollten, sprang uns von der Anzeigentafel ein dickes „annulliert“ entgegen, das irgendein daran vermutlich völlig unschuldiger Zeitgenosse hinter unseren Flug gesetzt hatte. Das Sicherheitspersonal streikte mal wieder, aber Airberlin ist anders als die Lufthansa anscheinend nicht in der Lage, solche Unbill wenigstens so früh wie möglich über´s Handy mitzuteilen. Meine Sekretärin hatte gestern Nachmittag noch gecheckt, ob mit dem Flug alles in Ordnung geht, da war von Streik noch nichts zu lesen, wie sie mir versichert hat.
Die Kollegin und ich wären ja zu allen Schandtaten bereit gewesen und haben telefonisch vorgeschlagen, den Termin um gute 2 Stunden nach hinten zu verlegen, dann könnten wir mit dem Zug nach München kommen. Ging aber leider nicht, weil die Staatsanwältin nicht konnte oder wollte, deshalb wurde der seit langem abgesprochene Termin abgesagt. Demnächst soll ein neuer Versuch gestartet werden. Für mich ist das auch deshalb besonders betrüblich, weil ich für morgen früh einen Flug von München nach Palma gebucht hatte, ich war ja der sicheren Annahme, am Freitag in der bayerischen Landeshauptstadt zu sein.
Alle Versuche, den Palma-Flug noch sinnvoll umzubuchen, scheiterten. Für heute war in ganz Deutschland kein Flug dorthin zubekommen, alles ausgebucht. Und morgen hätte ich auch erst am späten Nachmittag von Düsseldorf oder Köln fliegen können…
» Vollständiger ArtikelErschienen 8. März 2013 auf http://www.strafblog.de.
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