Damokles-Schwert namens Tor Exit-Node

Betreiber von Tor Exit-Nodes tun dies häufig aus altruistischen Gründen. Tor kann dabei nicht nur genutzt werden, um anonyme Internetzugriffe zu ermöglichen, sondern auch, um Zugriffssperren zu umgehen. Wie wichtig das sein kann, wurde gerade in letzter Zeit sehr deutlich in Staaten wie Lybien, Ägypten oder auch China. Betreiber von Tor Exit-Nodes werden aber immer häufiger in juristische Verfahren gezogen. So habe ich Mandanten, die wegen Filesharings eine Abmahnung erhalten haben - hier wurde der von ihnen betriebene Austritts-Knoten offenbar von Dritten missbraucht. Aktuell geht die Nachricht um vom Mannheimer Studenten, der wegen des Betriebs eines solchen Exit-Nodes eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen musste - er steht im Verdacht, Kinderpornographie angeboten zu haben. Er selbst weist diesen Verdacht von sich, geht davon aus, dass sein Exit-Knoten missbraucht wurde, und bittet jetzt um Spenden, mit denen er seine Anwaltskosten von pauschal 1.000,- Euro begleichen will. Ich möchte dies gerne unterstützen, da ich die durchaus sinnvollen Einsatzmöglichkeiten des Anonymisierungsdienstes Tor sehe. Auf der anderen Seite muss ich jedoch in der derzeitigen Lage jeden Betreiber davor warnen, dass ihm durchaus Ähnliches blühen kann. Und auch hierfür gibt es gute Gründe, wie man sich leicht anhand der genannten Missbrauchsfälle ausmalen kann. Das ist das Damokles-Schwert, das ich sehe. Gulli.com schreibt zur Spendenaktion: "Webers beauftragter Anwalt will pauschal 1.000 Euro für die Klärung des Falles in Rechnung stellen, die er kurz vor Beginn seines Studiums nicht unbedingt besitzen wird. Er hat deswegen eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Etwas unter 300 Euro sind bisher über PayPal unter soesoe@gmail.com eingegangen. Wer spenden möchte, die reguläre Bankverbindung lautet: Sören Weber, Kontonummer: 3105814 bei der Ethikbank (BLZ 83094495)." Und dankenswerterweise darf ich auch die komplette Meldung von gulli.com hier veröffentlichen (mein Dank geht hier an Ghandy aka Lars Sobiraj und Firebird77): Mannheim: Hausdurchsuchung wegen Betrieb einer Tor Exit-Node Ein 23-jähriger Betreiber eines Tor Exit-Knotens wurde am 12. Mai wegen des Verdachts auf Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Werken mit einer Durchsuchung und Beschlagnahmung bedacht. Das Amtsgericht Mannheim hatte den Durchsuchungsbeschluss ausgestellt. Um seine Anwaltskosten von pauschal 1.000 Euro begleichen zu können, bittet er um eine Spende. Im Verlauf der vergangenen Jahre hat offenbar jemand die Exit-Node des Mannheimers Sören Weber missbraucht, um darüber kinderpornografische Werke zu beziehen. Der Betreiber wollte damals mit seiner Node das anonyme Surfen im Internet unterstützen. Schon vor der Durchsuchung hatte er den Exit-Knoten nach Unstimmigkeiten mit seinem Hoster deaktiviert. Beim Hoster trudelten häufiger Meldungen zu Urheberrechtsvertößen ein. Wenige Monate nach Inbetriebnahme wurde der Dienst wieder abgeschaltet, weil Unmengen an …

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Themen: Anwalt , Abmahnung , Filesharing , überwachung , Paypal , Jugendschutz , Spenden , Gmail , China , Schwert , Zensur , Lybien

Erschienen 18. Mai 2011 auf http://klawtext.blogspot.com/.

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Tor (Netzwerk) – Wikipedia
gulli.com - news - view - Mannheim: Hausdurchsuchung wegen Betrieb einer Tor Exit-Node

Ein 23-jähriger Betreiber eines Tor Exit-Knotens wurde am 12. Mai wegen des Verdachts auf Erwerb und Besitz von kinderpornografischen Werken mit einer Durchsuchung und Beschlagnahmung bedacht. Das Amtsgericht Mannheim hatte den Durchsuchungsbeschluss ausgestellt. Um seine Anwaltskosten von pauschal 1.000 Euro begleichen zu können, bittet er um eine Spende.