Große Krankenkassen zum Halbjahr finanziell weiter unter Druck
Reuters | 19. August 2008 — Berlin (Reuters) - Ungebremste Ausgabensteigerungen für Arzneimittel und Klinikbehandlungen haben den bundesweit größten gesetz…
Berlin (Reuters) - Die DAK als zweitgrößte bundesweite Krankenkasse hat zum Halbjahr ein Minus von 74 Millionen Euro eingefahren.
Im Vergleich zum ersten Quartal konnte sie ihr Finanzergebnis damit lediglich um sechs Millionen Euro verbessern, erfuhr Reuters am Montag aus Kassenkreisen.
Zum Jahresende rechnet die Kasse nun mit einem ausgeglichenen Finanzergebnis. Dies wäre eine deutliche Verschlechterung zu 2007. Damals hatte die DAK ein Plus von 206 Millionen Euro und die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt einen Überschuss von 1,8 Milliarden Euro eingefahren.
Ein ähnliches Bild wie bei der DAK dürfte sich auch bei den anderen gesetzlichen Krankenkassen abzeichnen, die zusammen schon nach dem ersten Vierteljahr mit mehr als einer Milliarde Euro im Minus standen. Die Zahlen für das zweite Quartal werden mit Spannung erwartet, da sie die Grundlage für die Festsetzung des bundeseinheitlichen Beitragssatzes für den Gesundheitsfonds bilden, den Experten auf 15,5 Prozent oder höher errechnet haben. Die Regierung muss ihn spätestens bis Ende Oktober festlegen.
Kostentreiber sind die Arzneimittel. Bundesweit sind die Ausgaben dafür im ersten Halbjahr um 5,4 Prozent gestiegen. Aber auch die stationäre Versorgung verschlingt zunehmend mehr Geld. Bei der DAK beträgt der Zuwachs in diesem Bereich mehr als vier Prozent, für die ärztlichen Behandlungen fast drei Prozent.
Die Zahlen der großen Kassenverbände von AOK, Innungs-, Betriebs- und Ersatzkassen für das Halbjahr werden in den nächsten Wochen erwartet.
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