Dänemark, Karikaturen und Meinungsfreiheit
am 01.02.2006 von Law, my Life and more
Seit in einer dänischen Zeitung Karikaturen des islamischen Religionsstifters Mohammed erschienen, kochen die Emotionen hoch. In mehreren islamischen Ländern, aber auch hier im Westen.
Da ich die Karikaturen nicht kenne (eine soll Mohammed mit einer Bombe darstellen), weiss ich nicht ob es sich um weitgehend harmlose oder sehr provozierende Darstellungen handelt.
Das spielt aber im Grunde auch keine Rolle.
Ich finde es zweifelhaft, ob es klug war aus reinen Provokationsgründen Karikaturen zu sammeln. Schließlich war es das erklärte Ziel, zu testen wie weit man gehen könnte und wie weit die Angst vor Islamisten schon gediehen ist. Viel Sinn sehe ich darin nicht.
Aber ist die Reaktion von Teilen der arabischen Welt angemessen ? Und die Reaktion von Teilen der westlichen Welt wiederum darauf ?
Wenn man sich die Ereignisse im Detail betrachtet, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Als Vorreiter der Proteste tat sich ziemlich schnell Ägypten hervor, das einen “weltweiten Kampf” gegen die Karikaturen ankündigte. Moment, Ägypten ? Das Land das Islamisten verfolgt, foltert und hinrichtet ? Könnte es hier vielleicht gar nicht so sehr um Karikaturen in einer unbedeutenden Zeitung eines (weltpolitisch) unbedeutenden Landes irgendwo in Nordeuropa gehen ? Sondern um Innenpolitik ? Möchte man vielleicht durch organisierten Protest Punkte bei der eigenen Bevölkerung sammeln, die aufgrund von Korruption, Diktatur und Misswirtschaft der Regierung immer mehr den Islamisten zuneigt ?
Meine Einschätzung lässt sich auf die anderen Staaten auch übertragen, durch den Protest soll der frustrierten Bevölkerung ein Ventil geboten werden.
Schließlich ist der Protest vom Umfang her ja völlig unangemessen. 1, 4 Milliarden Muslime (so die Aussagen einer muslimischen Organisation) kämpfen also angeblich gegen ein paar Karikaturen in einer dänischen Tageszeitung ? Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich glatt lachen.
Und der Boykott dänischer Waren ist auch absurd, schließlich haben nicht alle Dänen, auch nicht alle dänischen Unternehmen, sondern eine dänische Zeitung Mohammed “beleidigt” .
Man stelle sich den umgekehrten Fall vor, wie laut würde die islamische Welt aufschreien und von “Pauschalisierung” und “Diskriminierung” sprechen, wenn die Waren eines ganzen islamischen Landes vom Westen boykottiert würden, nur weil in einer Zeitung dieses Landes beleidigende Zeichnungen veröffentlicht worden wären.
Ich finde es erschreckend, wie der Westen auf die übertriebenen Reaktionen reagiert. Man sucht die Schuld bei den Dänen, die doch nur das gemacht haben, was eine der Grundlagen unserer Demokratie ausmacht. Sie haben ihrer Meinung geäußert, vielleicht in provozierender Weise. Aber wenn wir alles verbieten, was irgendjemanden auf dieser Welt beleidigen könnte, wären wir lächerliche Figuren, die keine eigene Identität haben.
Wenn Christen gegen Filme wie “Das Leben des Brian”und “Die letzte Versuchung Christi” protestieren, interessiert es niemanden. Vielleicht weil man bei ihnen keine Gewalt befürchten muss ? Vielleicht weil sie trotzdem weiter einkaufen ?
Peinlich, wie ängstlich sich der “aufgeklärte Westen” präsentiert.
Siehe auch Dr. Rux zum Thema.
Wie haben die Christen reagiert als
in muslimischen Ländern Papstpuppen
verbrannt und Papstbilder getreten
wurden nur weil sie seine Äuserungen
nicht begriffen.1000 Jahre Unterschied
in der Entwicklung kann man nicht
übergehen.
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