CSU: Union behält auch nach Beust-Rückzug ihre Schlagkraft

Berlin (Reuters) - Den Rückzug eines weiteren CDU-Ministerpräsidenten bewertet CSU-Chef Horst Seehofer nicht als Schwächung der Unionsparteien.

In jeder Partei gebe es Phasen der personellen Erneuerung, sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild"-Zeitung vom Montag. "Schwächer wird man dabei nur, wenn man dann nicht genügend gute Talente neu in Position bringt." Die CDU habe aber viele gute junge Politiker, sagte Seehofer. "Die Union behält ihre Schlagkraft."

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) reagierte angesichts des Rücktritts seines Hamburger Kollegen Ole von Beust (CDU) gelassen. "Ministerpräsidenten sind austauschbar", sagte Böhmer der "Mitteldeutschen Zeitung". "Das haben wir jetzt häufig genug bewiesen bekommen. Das Leben geht weiter - auch in Hamburg."

Böhmer fügte hinzu, die von den Grünen favorisierte Schulpolitik habe einen erheblichen Dämpfer erhalten. Insofern sei das Ergebnis des Volksentscheids weit über Hamburg hinaus bedeutsam, weil in jedem Landtagswahlkampf die Bildungspolitik eine große Rolle spiele. Für die Koalitionsoptionen der Union sei dies gleichwohl nicht von Belang. "Die Unterschiede in den Parteiprogrammen sind weniger wichtig als die Fähigkeit der Handelnden, miteinander zurechtzukommen", sagte Böhmer.

Beust hatte am Sonntag seinen Rücktritt für den 25. August angekündigt. Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel verliert damit innerhalb eines Jahres bereits den sechsten Regierungschef aus Reihen der CDU. Beust gab seinen Schritt am Tag eines Volksentscheides bekannt, der die umstrittene Schulreform der schwarz-grünen Koalition kippte.



Quelle: Reuters (19. Juli 2010)

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Themen: Germany , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Csu , Bild Zeitung , Education , Sachsen , Angela Merkel , Elections , Bundeskanzlerin , Horst Seehofer

Erschienen 19. Juli 2010 bei http://www.reuters.com.

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