Steuerstreit mit der Schweiz: Im Auftrag der stillen Mächtigen
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Berlin (Reuters) - Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat der Bundesregierung einen Kompromiss im Streit über steuerflüchtige Deutsche vorgeschlagen.
"Man könnte eine einmalige pauschale Abgeltungssteuer auf die in der Schweiz angelegten Vermögen erheben", sagte der Chef des Private Banking von Credit Suisse, Walter Berchtold, dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Der Schritt könne zwar als Ungerechtigkeit wahrgenommen werden, würde dem deutschen Staat aber helfen, mehr Geld einzunehmen, sagte Berchtold. "In kürzester Zeit könnten so alle Vermögen in der Schweiz erfasst werden."
Eine Flucht von vermögenden Kunden erwartet der Bankenmanager deshalb nicht. "Für Credit Suisse wird es vielleicht kurzfristig zu Abflüssen kommen. Langfristig bin ich enorm zuversichtlich, weil unser Geschäft nicht auf unversteuerte Gelder angewiesen sind." Das Geldhaus werde aber künftig bei den Kunden nicht aktiv nachfragen, ob Gelder versteuert seien. "Unsere rechtliche und moralische Verpflichtung beschränkt sich darauf, Kunden nicht aktiv bei der Hinterziehung von Steuern zu unterstützen."
Schätzungen zufolge haben Deutsche rund 200 Milliarden Euro am Fiskus vorbei in die Schweiz gebracht. In jüngster Zeit waren den Behörden in mehreren Bundesländern insgesamt drei Datensätze mit Hinweisen auf Steuersünder angeboten worden. Die Bundesregierung fordert von mehreren europäischen Staaten mehr Zusammenarbeit bei der Verfolgung von Steuerhinterziehung. Ein Streitpunkt - unter anderem mit Liechtenstein - ist dabei der Umgang mit Vermögen, das bereits seit Jahren bei den ausländischen Banken angelegt ist.
Erschienen 15. März 2010 bei http://www.reuters.com.
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