Cookies und Privatsphäre – neue Möglichkeiten von Firefox & Co.

Webtracking ohne Einwilligung ist nach der „Cookie-Richtlinie“ verboten. Aktuelle Versionen neuer Browser offenbaren erste Techniken zur Einwilligungspflicht.

Der ursprüngliche Aufschrei der Werbetreibenden über die ePrivacy Änderungsrichtlinie 2009/136/EG, der sog. „Cookie-Richtlinie“, ist in Deutschland schnell verhallt. Zwischenzeitlich sind die Hersteller der meisten großen Internetbrowser für die Verbraucher in die Bresche gesprungen und versuchen auf verschiedenen Wegen das „behavioural targeting“ der diversen Werbenetzwerke und Analyseprogramme zu unterbinden.

Nach verschiedenen Ankündigungen von Mozilla (Firefox) und Microsoft (Internet Explorer) wurden nun tatsächlich Maßnahmen in den aktuellen Versionen der jeweiligen Browser eingesetzt, die zwar dasselbe Ziel der Verhinderung von Webtracking verfolgen, dabei jedoch grundverschiedene Techniken einsetzen.

Mozilla setzt auf Mitwirkung der Webseitenbetreiber

Während Microsofts Konzept „Tracking-Schutz“ auf Drittanbieter setzt, die anhand von Black- und Whitelists vorgeben, welche Webseiten welche Informationen über den Seitennutzer speichern dürfen, verlässt sich Mozillas „Do-Not-Track“ Funktion vollständig auf die Mitwirkung des jeweiligen Webseitenbetreibers und dessen eigener Umsetzung des Verbraucherwunschs, anonym zu bleiben. Mozilla sendet beim Seitenaufruf lediglich einen http-Header „do-not-track“ an die besuchte Webseite, wenn die Einstellung „Webseiten mitteilen, dass ich nicht verfolgt werden möchte“ gesetzt wurde. Ob dieser Header jedoch ausgewertet wird oder ungelesen im Datennirvana verschwindet, obliegt jedem einzelnen Webseitenbetreiber.

Webseitenbetreiber in der Pflicht zur Implementierung

Da es sich bei den Anti-Tracking Maßnahmen der Browserhersteller jedoch weder um gesetzliche Regelungen noch Industriestandards handelt, mag sich so mancher Webseitenbetreiber fragen, ob und warum er sich überhaupt mit derartigen Neuerungen, insbesondere dem „do-not-track“ Header von Mozillas Firefox auseinandersetzen muss.

Die klare Antwort an dieser Stelle kann nur lauten: Ja! Und das so schnell wie möglich.

Denn sobald ein Cookie personenbezogene Daten speichert – und dazu genügt nach dem Verständnis der Datenschutzbehörden bereits die Speicherung der (ungekürzten) IP-Adresse oder eines Unique Identifiers (UID) – greift das deutsche Datenschutzrecht ein und die jederzeit widerrufliche Einwilligung des Nutzers ist notwendig. Diese Einwilligung muss dann vor allem vor dem Beginn der Datenerhebung vorliegen und protokolliert sein; der Nutzer muss außerdem auf die Widerruflichkeit hingewiesen worden sein.

„Do-not-track“ ist wirksamer Widerspruch bzw. Widerruf

Abgesehen davon, dass eine wirksame Einwilligung in den seltensten Fällen vorliegen wird, stellt sich vor allem die Frage, ob das Aktivieren der „do-not-track“ Einstellung in Firefox als Widerspruch gegen die Dat…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Firefox , Internet Explorer , Microsoft

Erschienen 13. Juli 2011 auf http://www.fachanwalt-it.de/.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Keine Datenspuren im Netz? – Anti-Tracking-Verfahren bald Standard

Onlinespielerecht | 18. November 2011 — Das World Wide Web Consortium (W3C) hat gemeinsam mit Mozilla-Technikern ein Anti-Tracking-Verfahren mit dem einprägsamen Namen…

Einwilligung für Verwendung von Cookies

IT-Rechtsinfo | 30. Mai 2011 — Bis zum 25.05.2011 hätte die Bundesregierung die Forderungen der EU Richtlinie 2009/136/EG (die E-Privacy-Richtlinie) umsetzen mü…

Flash-Cookies: Zombies im Datenschutzrecht?

IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 4. August 2010 — Das IITR informiert: Diverse Blogs im Internet haben letzte Woche über den Start eines höchst interessanten Prozesses in den …

Flash-Cookies: Zombies im Datenschutzrecht?

Datenschutzbeauftragter Online | 3. August 2010 — Diverse Blogs im Internet haben letzte Woche über den Start eines höchst interessanten Prozesses in den USA berichtet. Am 23. J…

Die neue „Cookie-Richtlinie“ der EU – worauf sich Unternehmen bereits heute einstellen sollten

Datenschutzbeauftragter Online | 13. Mai 2010 — Das IITR informiert: Das EU-Parlament hat Ende letzten Jahres in Richtlinie 2009/136/EG eine Änderung der Datenschutzrichtlin…

EU-Cookie-Richtlinie: Ein Keks sorgt für Aufregung

Datenschutzbeauftragter | 23. Mai 2011Cookies sind aus der Netzwelt nicht mehr wegzudenken. Ihr Einsatz soll laut einer EU-Richtlinie von 2009 jedoch stark beschrä…

Die neue „Cookie-Richtlinie“ der EU – worauf sich Unternehmen bereits heute einstellen sollten

IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 14. Mai 2010 — Das IITR informiert: Das EU-Parlament hat Ende letzten Jahres in Richtlinie 2009/136/EG eine Änderung der Datenschutzrichtlin…

Das ULD (Schleswig-Holstein) weist auf eine Möglichkeit zur datenschutzkonformen Nutzung des Facebook-Gefällt-mir-Buttons hin

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 24. August 2011 — Das Unabhängige Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holstein bejaht nunmehr die Frage, ob Facebook Social-Plugins datenschutzkon…

“Like” to “Find-friends”

IT- und Internet-Recht | 10. März 2011 — Manchmal führen ganz einfache Nutzungen im Internet, wie die Markierung eines dem Nutzer gefallenden Contents mit dem “Like-But…

Französische Datenschutzbehörde gibt Tipps zur Umsetzung der ePrivacy-Richtlinie

Datenschutzticker.de | 23. November 2011 — Nachdem Frankreich die Vorgaben der ePrivacy Richtlinie, die oftmals auch als Cookie-Richtlinie bezeichnet wird, in nationale…

Deutsche eMail-Robinsonliste

Deutsche Mailschutzliste im Dienste des Verbraucherschutzes" />


Firefox 4: Mozilla plant Do-not-track-HTTP-Header - Golem.de

Mozilla will Firefox 4 mit einer "Do-not-track-Funktion" versehen. Damit könnten Nutzer kontrollieren, ob sie von Werbesystemen getrackt werden können. Mozilla geht dabei einen anderen Weg als


Datenschutz: Internet Explorer 9 erhält Trackingabwehr - Golem.de

Microsoft will den Datenschutz im Internet verbessern und die Funktion Tracking Protection in den Internet Explorer 9 integrieren. Damit soll die Privatsphäre der Nutzer besser geschützt werden.


Netzwerk: Datenschützer startet Bußgeldverfahren gegen Facebook

Monatelang hat Facebook iPhone-Telefonbücher von Nutzern ausgelesen. Betroffene protestierten, Facebook reagiert zaghaft - inzwischen können Nutzer die Datensätze nachträglich löschen lassen. Das ist dem Hamburger Datenschutzbeauftragten zu wenig: Er leitet ein Bußgeldverfahren ein.


View not found