Clement warnt Ypsilanti vor Abhängigkeit von Lafontaine

Berlin (Reuters) - Der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) ist erneut auf Konfrontationskurs mit der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti gegangen.

In einem am Samstag auszugsweise veröffentlichten Beitrag für die "Welt am Sonntag" warnte er die hessische SPD mit Ypsilanti an der Spitze, sich der Linkspartei und deren Vorsitzenden Oskar Lafontaine auszuliefern. "Wer sich in dessen Hände begibt, der riskiert mehr als sein Ansehen", warnte Clement. "Er oder sie riskiert die Zukunft einer stolzen deutschen Partei." Zur Klärung der "äußerst schwierigen Nach-Wahl-Lage in Hessen" sehe er nur zwei Möglichkeiten: umgehende seriöse Verhandlungen mit allen demokratischen Parteien mit dem Ziel eines regierungsfähigen Bündnisse oder Neuwahlen in dem Bundesland.

Als Hauptaufgabe sieht Clement in Hessen derzeit, "das politische Gewürge so bald als möglich zu beenden." Komme es zu keiner Koalition der demokratischen Kräfte, müsse eben neu gewählt werden, erklärte Clement. Lafontaine bezeichnet er als einen Spieler und politischen Hasardeur.

Ypsilanti und die hessische SPD wollen einen zweiten Anlauf nehmen, um den amtierenden Regierungschef Roland Koch (CDU) abzulösen. Im Visier haben die Sozialdemokraten eine rot-grüne Minderheitsregierung mit Duldung der Linkspartei.

Gegen Clement läuft immer noch ein Parteiausschlussverfahren wegen seiner Warnung vor Ypsilantis energiepolitischem Kurs im hessischen Wahlkampf. In der Bundes-SPD trifft der Kurs der hessischen SPD auf erhebliche Vorbehalte.



Quelle: Reuters (24. August 2008)

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Themen: Berlin , Wolfgang Clement , Oskar Lafontaine , Welt AM Sonntag , Andrea Ypsilanti

Erschienen 24. August 2008 bei http://www.reuters.com.

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