Chemie-Tarifverhandlungen kommen in entscheidende Phase

Würzburg (Reuters) - Die laufenden Tarifverhandlungen für die 550.000 Beschäftigten der Chemieindustrie treten in die entscheidende Phase.

Nach Verhandlungsfortschritten bei den Themen Beschäftigungssicherung, Ausbildung und Übernahme wollen Arbeitgeber und Gewerkschaft am zweiten Tag der Verhandlungen auf Bundesebene in Würzburg nun die Entgeldfrage angehen. Hier liegen die Positionen nach wie vor weit auseinander.

"Unsere Situation, die wir mehrfach dargestellt haben, sagt: Keine Erhöhung der Tarifentgelte", erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Hans-Carsten Hansen, am Mittwochmorgen vor Beginn der Gespräche. Die Verhandlungen darüber würden daher schwierig werden. Der Arbeitgeberverband BAVC sieht nach der schwersten Branchenkrise seit Jahrzehnten keinen Spielraum für eine Tariferhöhung.

Für die Chemie-Gewerkschaft IG BCE steht zwar die Arbeitsplatzsicherung an erster Stelle, doch sie will eine Nullrunde nicht akzeptieren. "Die Arbeitgeber müssen sich gewaltig bewegen", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Peter Hausmann. Auf die Frage ob, die IG BCE sich auch mit einer Einmalzahlung zufrieden geben würde, sagte er: "Das müssen wir ausloten." Die Gewerkschaft strebe eine Regelung für zwölf Monate an. "Das was in zwölf Monaten möglich ist, das müssen wir jetzt ausloten." Die Gewerkschaft war mit keiner konkreten Lohnforderung in die Tarifauseinandersetzung gezogen.

Die Chemiebranche ist mit rund 1900 Betrieben Deutschlands viertgrößter Industriezweig. Im Zuge der Wirtschaftskrise erlitten die Unternehmen 2009 den stärksten Einbruch seit mehr als 30 Jahren. Zuletzt waren die Geschäfte aber wieder etwas besser gelaufen.



Quelle: Reuters (21. April 2010)

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Themen: Germany , Western Europe , Europe , German General News , German Equities , Labour; Employment; Unemployment , Chemicals , Einbruch

Erschienen 21. April 2010 bei http://www.reuters.com.

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