Causa Guttenberg: Kein Fußnotenproblem!

Die zahlreichen Beispiele der wörtlichen Wiedergabe fremder Textstellen ohne jeden Zitatnachweis durch Dr. Karl Theodor zu Guttenberg in seiner Doktorarbeit sind zweifelsfrei Plagiate. Sie sind so umfangreich, dass man von einem besonders schwerwiegenden Fall sprechen muss. Die Plagiate durchziehen die gesamte Arbeit, sie haben also systematischen Charakter. Die ohne Nachweis übernommenen Textstellen Dritter sind darüber hinaus stilistisch redigiert worden, sie können also nicht aus Versehen in den Text hineingeraten sein. Dies lässt nur zwei Deutungen zu. Entweder hat Herr zu Guttenberg diese Plagiate vorsätzlich herbeigeführt. Oder er war sich der Plagiate oder wenigstens ihres Umfangs nicht bewusst, weil die betreffenden Teile der Arbeit gar nicht von ihm, sondern von einer fremden Person (oder mehreren fremden Personen) verfasst wurden. In beiden Fällen läge ein gravierender Fall vorsätzlicher Täuschung vor. Alles ebenso zutreffend wie bekannt. Bleibt zu hoffen, dass sich die Erkenntnis ("Kein Fußnotenproblem!") nun endlich auch in den berühmten "breiten Bevölkerungsschichten" einzunisten vermag. Der Kommentar von Prof. Dr. Wolfgang Seibel (Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“ an der Universität Konstanz) geht aber noch weiter und lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Er appelliert an die bürgerliche Regierung: Besonders irritierend sind daher die im politischen Raum zu vernehmenden Versuche einer Verharmlosung des Vorfalls, die zum Teil den Charakter einer regelrechten Irreführung der Öffentlichkeit angenomm…

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Themen: Lesetipp , Wissenschaft , Politik

Erschienen 25. Februar 2011 auf http://www.jurabilis.de.

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