Castor-Zwischenlagerung: Traue nur den Statistiken, die Du selbst gefälscht hast!
Scherer & Körbes | 28. September 2011 — © Thommy Weiss / pixelio.de Der Satz wird im Allgemeinen dem britischen Politiker Winston Churchill zugeschrieben, doch ist…
© Thommy Weiss / pixelio.de
Der Satz wird im Allgemeinen dem britischen Politiker Winston Churchill zugeschrieben, doch ist dies nicht belegbar (Liste geflügelter Worte/T – Wikipedia) – und eigentlich ist das auch egal. Tatsache ist jedenfalls, dass ich mich bei dem derzeitigen Verhalten der deutschen Strahlenschutzbehörden und einiger niedersächsischer Politiker sofort an diesen Satz gedacht habe.
Erinnern wir uns: vor einigen Wochen tauchten ja plötzlich interne Papiere aus Ministerien und Behörden auf, nach denen die Castoren im Zwischenlager in Gorleben so stark strahlen, dass die Jahresgrenzwerte überschritten würden – und deswegen weitere Transporte nicht durchgeführt werden könnten; als Lösung überlegte man sich – Allen Ernstes – die Castoren in der Hall ein wenig von links nach recht szu schieben, um damit die Strahlung an bestimmten Messpunkten verringern zu können (Strahlung in Gorleben: Dann stellen wir doch einfach die Castoren woanders hin… « Rechtsanwaltssozietät Scherer & Körbes).
Das Thema Lagersortierung scheint noch nicht vom Tisch zu sein, aber jetzt ist man auf eine andere Idee gekommen: so lange messen, bis die Werte endlich richtig sind.
Das glauben Sie nicht in Erinnerung an den Reaktorunfall in Japan? Doch, so ist es aber, denn die Zeitungen melden, dass man im niedersächsischen Umweltministerium in Hannover schon frohlockt: Die Chancen für einen Castor-Transport ins Wendland auch in diesem Jahre seien wieder gestiegen, denn nach neuen Messungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) liege die Gesamtstrahlung am Atommüllzwischenlager Gorleben mit 0,212 Millisievert (mSv) deutlich unter dem zugelassenen Jahresgrenzwert von 0,3 mSv.
Der hiesige Umweltminister Hans-Heinrich Sander von der FDP, der offensichtlich das durchaus anerkennenswerte Ziel verfolgt, seine Partei zwar nicht auf 0,21 Millisievert, aber immerhin auf 2,1% bei der nächsten Landtagswahl zu führen, sieht keinerlei Grund, warum im November keine weiteren 11 (in Worten: ELF!) strahlende Castoren eingelagert werden sollten.
Und sein Koalitions-Kumpel Martin Bäumer, umweltpolitischer Sprecher der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion, verteilt kräftig Baldrianpillen an die Bevölkerung: „Mit diesen (nun gemessenen) Werten bestätigt sich unsere Einschätzung, dass für die Menschen im Wendland kein Grund zur Beunruhigung besteht oder bestand.“ und verband dies dann noch mit einem besonderen Lob an das Niedersächsische Umweltministerium für das dortige umsichtiges Handeln. Wohlgemerkt, man hat nichts, aber auch garnichts an der aus den Castoren austretenden Strahlung getan, sondern lediglich weiter gemessen – und damit weiter eine zusätzliche, nicht natürlich Strahlung in die Umgebung eindringen lassen. Mir stellt sich die Frage: in welchem Interesse hat man da denn „umsichtig“ gehandelt?
Ansonsten das üblic…
» Vollständiger ArtikelErschienen 28. September 2011 auf http://stscherer.wordpress.com.
Scherer & Körbes | 28. September 2011 — © Thommy Weiss / pixelio.de Der Satz wird im Allgemeinen dem britischen Politiker Winston Churchill zugeschrieben, doch ist…
Reuters | 11. November 2010 — Berlin (Reuters) - Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich offen für die Forderung aus Niedersachsen gezeigt, …
Reuters | 9. November 2010 — Gorleben (Reuters) - Mit über eintägiger Verspätung ist der Atommüll-Transport am Dienstag im Zwischenlager Gorleben eingetroff…
Reuters | 10. November 2010 — Berlin (Reuters) - Der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander befürwortet die Erkundung von alternativen Zwischen…
Reuters | 8. Februar 2011 — Hannover (Reuters) - Trotz der Bedenken Niedersachsens wird in diesem Herbst voraussichtlich wieder ein Castor-Transport nach G…
Scherer & Körbes | 26. August 2011 — © A.Dreher / pixelio.de Man fragt sich langsam wirklich, wann es diese Politkerkaste und ihre zuarbeitenden Verwaltungsbeam…
Reuters | 8. November 2010 — Dannenberg (Reuters) - Mit eintägiger Verspätung ist der Castor-Transport in Dannenberg angekommen. Der Zug mit elf Atommüllb…
sueddeutsche.de | 27. November 2011 — Der Castor-Transport rollt weiter - doch Atomkraft-Gegner zwingen den Zug immer wieder zu Zwischenstopps. Die Polizei spricht…
Reuters | 6. November 2010 — Kehl (Reuters) - Der Castor-Transport hat am Samstag Deutschland erreicht. Der Zug mit dem hochradioaktiven Atommüll habe um …
Reuters | 10. November 2008 — Dannenberg (Reuters) - Begleitet von heftigen Protesten und mit beträchtlicher Verspätung hat der Atom-Müll-Transport am Montag…
Pixelio.de - Deine kostenlose Bilddatenbank für lizenzfreie Fotos
Die Chancen für den Castor-Transport ins niedersächsische Wendland sind wieder gestiegen.