Cannabis und kein Ende
am 23.04.2007 von http://www.strafblog.de
Am Freitagmorgen hatte ich bereits prognostiziert, dass noch manches passieren könne, bevor im Krefelder Prozess um mehrere Cannabisplantagen endlich plädiert werden könne. Der 14- Verhandlungstag ist vorbei und wieder war es nichts mit einem Ende der Beweisaufnahme. Zäh zog sich der ganze Tag hin, so richtig passierte nichts und am Ende war niemand wirklich glücklich. Ein früherer Mitangeklagter, dessen Verfahren abgetrennt worden war, wurde auf meinen Antrag hin als Zeuge gehört. Der Mann, ein Pole, machte in zulässiger Weise von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch, da seine Verurteilung noch nicht rechtskräftig ist. Meine Frage, ob er denn bereit sei, seinen Anwalt von der Schweigepflicht zu entbinden, sorgte für eine gewisse Verwirrung. “Da”, was auf Deutsch soviel wie “Ja” heisst, sagte der Mann zunächst über die Dolmetscherin, aber der Vorsitzende hatte wohl den Eindruck, dass er sich der Tragweite seiner Erklärung nicht bewusst sei und regte an, er solle das doch erst einmal mit seinem Verteidiger besprechen. Der war aber nicht zu erreichen, was das Gericht zu einer zweistündigen Pause veranlasste, die aus meiner Sicht vielleicht nicht notwendig gewesen wäre, zumal ich gar keinen Antrag auf Vernehmung des Anwalts, sondern nur eine Frage an den Zeugen gestellt hatte. Na ja, und dann stellte der Kollege Gros aus Köln, der einen Mitangeklagten vertritt, enige Anträge, denen ich mich zum Teil anschloss, weil ja sowieso darüber befunden werden musste, und so wurde wiederholt erneut unterbrochen und irgendwann war es dann halb vier. Meine Ankündigung, ich müsse zum Flughafen, wurde vom Gericht mit einer gewissen Missbilligung aufgenommen, die Kammer wollte noch ein bisschen weiterverhandeln. Und vielleicht noch die Plädoyers entgegennehmen. Am Freitagnachmittag um halb vier bei 5 Angeklagten. Nach 14 Verhandlungstagen.
In Ansehung der Tatsache, dass das wohl nicht werden wird, habe ich mich verabschiedet, nachdem ich zuvor für eine Vertretung gesorgt hatte, um niemanden ohne Not zu verärgern. Eine halbe Stunde wurde noch weiterverhandelt, wie mir die Kollegin Nagel berichtete, dann war Schluss, weil Kollege Gros noch einen weiteren Beweisantrag gestellt hatte, dem stattgegeben wurde. Jetzt soll noch eine Zeugin vernommen werden und dann kann - vielleicht? - endlich plädiert werden. Heute um 13.30 Uhr geht´s los mit dem 15. Verhandlungstag.
Disclaimer und kein Ende
der winkelschreiber / Aus dem Impressum einer eigentlich sehr guten Website einer staatlichen Stelle (wer es genau ist, soll gnadenhalber verschwiegen bleiben) zum Thema Linkhaftung:…
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