BVL stoppt Abo-Fallen zu Klingeltönen und Handylogos

Zahlreiche so genannte Content Services der Mobilfunkbrache sind schwarze Schafe. Kaum hat man ein „Gratis”-Angebot angenommen, ist man doch in einem entgeltlichen Vertrag. Oder die Einmalbestellung ist gleich ein Zweijahres-Abo? Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

den Markt für Klingeltönen, Logos und Spielen untersucht hatte, folgen nun die Abmahnungen gegen solche Geschäftspraktiken. Angesichts der Zunahme der Fälle im Bereich Abo-Fallen, dem Schutzbedürfnis der meist jugendlichen Opfer und der bisherigen Lethargie der Ordnungsämter und bei der polizeilichen Verfolgung, ein vom Unterzeichner begrüßter Schritt in die richtige Richtung.

Rechtsanwalt Siegfried Exner, Kiel

BVL geht gegen rechtswidrige Angebote von Mobilfunkanwendungen im Internet vor

Im Rahmen einer europaweiten Kampagne hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Angebote von Mobilfunkanwendungen im Internet auf ihre Rechtmäßigkeit mit Verbraucherschutzgesetzen hin überprüft. Bei zwei Dritteln der kontrollierten Seiten wurden Anhaltspunkte für Rechtsverstöße gefunden. Diese müssen nun von den Unternehmen abgestellt werden. Das BVL arbeitet bei dieser Aktion eng mit deutschen Verbänden zusammen.

Das BVL hat im Rahmen einer gemeinsamen Aktion aller europäischen Behörden, welche für die Durchsetzung der wirtschaftlichen Rechte der Verbraucher zuständig sind, das Internet auf unlautere Angebote von Mobilfunkanwendungen hin durchgesehen. Gegenstand der Untersuchung bildeten so genannte Content Services für den Mobilfunkbereich, also etwa Klingeltöne, Logos oder Spiele. Angebote, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richten, wurden besonders kritisch beäugt. Durch sie wird eine besonders stark betroffene und verwundbare Kundengruppe angesprochen.

In Deutschland hat das BVL in Zusammenarbeit mit deutschen Verbänden insgesamt 30 verschiedene Websites unterschiedlicher Anbieter von Mobilfunkanwendungen wie Klingeltönen, Logos und Spielen unter die Lupe genommen. Diese wurden mithilfe von Suchbegriffen ausfindig gemacht, die regelmäßig auch von Verbrauchern auf der Suche nach günstigen Angeboten verwendet werden. So wurden etwa die Begriffe „Gratisklingeltöne” oder „Handylogos” in bekannte Suchmaschinen eingegeben. Seiten von 20 Anbietern wiesen Anhaltspunkte für Rechtsverstöße auf. Von diesen Anbietern haben 15 ihren Sitz in Deutschland und fünf im Ausland. Die häufigsten Verstöße betreffen irreführende Angaben zu Preis und Leistungsmerkmalen des angebotenen Dienstes oder fehlenden Angaben zur Identität des Anbieters.

Damit konnten die gängigen Erfahrungen vieler Verbraucher bestätigt werden. Nicht selten wird etwa eine Anwendung für den Verbraucher als kostenfrei beworben, obwohl versteckte Kosten für ein Abonnement anfallen. Die Vertragsbedingun…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Handy , Verbraucherschutz , Telekommunikation , Kinder , Provider-recht , Jugendschutz , Bvl , Vertrag , Logos , Content Services
Rechtsgebiet: Multimediarecht

Erschienen 30. Juli 2008 auf http://www.jur-blog.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Bundesamt für Verbraucherschutz geht gegen Mobilfunkangebote im Internet vor

Dr. Behrmann & Härtel | 15. Juli 2008 — Im Rahmen einer europaweiten Kampagne hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Angebote von Mobi…

BVL hat Angebot von Elektronikprodukten im Internet genau unter die Lupe genommen - Mehrzahl der untersuchten Webseiten wies zum T…

Recht für Verbraucher | 10. September 2009 — BVL hat Angebot von Elektronikprodukten im Internet genau unter die Lupe genommen Die Mehrzahl der untersuchten Webseiten wies zum…

“Wirtschaftliche Verbraucherschutz”

Rechtslupe | 22. Januar 2009 — Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Entwurf eines Gesetzes zur Ergänzung behördlicher Aufgaben und Kompetenzen im Bereich de…

Verbraucherzentrale: 19 von 19 Mobilfunkanbietern abgemahnt (mit Liste)

§§ Jur-Blog.de §§ | 8. August 2008 — Es ist schon eine echte Ungeheuerlichkeit: Bei der Überprüfung der Geschäftsbedingungen von 19 Mobilfunkanbietern hat die Ver…

Verbraucherschutz: 70 % der Websites mit unseriösen Klingeltonangeboten nach EU-Untersuchung bereinigt

Die Abo-Falle | 17. November 2009 — 70 % der Websites, die wegen missbräuchlicher Praktiken beim Verkauf von Klingeltönen, Hintergrundbildern oder sonstige n Handy…

Verbraucherschutz grenzenlos - Neues Netzwerk soll Verfolgung von Rechtsverstößen im EU-Ausland erleichtern

Recht für Verbraucher | 1. März 2007Verbraucherschutz grenzenlos Neues Netzwerk soll Verfolgung von Rechtsverstößen im EU-Ausland erleichtern Der Verbraucher…

Verbraucherkreditvertrag Muster: Neuregelungren bei Verbraucherdarlehen

§§ Jur-Blog.de §§ | 21. November 2008 — Auch online werden zunehmend Darlehen an Verbraucher angeboten. Dabei ist die anonyme Werbung und Bestellung im Internet beso…

Verbraucherschutz Handyrechnung: EU-Verbraucherzentrum Kiel: Höchste Handy-Rechnung 46.000 EUR für 13 Stunden Internet!

§§ Jur-Blog.de §§ | 14. März 2009 — Seit der Sendung von Akte09 wird die tuerste Rechnung für Handys gesucht. Besonders Kartendienste und ähnliche Angbote im Ausla…

www.vzbv.de Hamburg: vzbv siegt im Streit um Online-Ticketkauf: Zusatzgebühren müssen für Verbraucher erkennbar sein

§§ Jur-Blog.de §§ | 13. Juli 2009 — vzbv, 10.07.2009 – Landgericht Hamburg setzt intransparenter Preisgestaltung im Internet Grenzen – Werben Anbieter im Internet …

vzbv: Internetanbieter Online Service Ltd. muss Gewinn offenlegen

§§ Jur-Blog.de §§ | 23. Oktober 2008 — www.vzbv.de PM 22.10.2008 - Kostenfallen im Internet: Etappensieg im Gewinnabschöpfungsverfahren - Der Verbraucherzentrale Bu…

§§ Jur-Blog.de §§ » Blog Archive » Privater (´kleiner´) Lauschangriff - mithören und mithören-lassen im Dienst