BVerfG korrigiert Mediendarstellung bzgl. Studiengebühren in Hessen
Einer Fehlinformation sind offensichtlich zahlreiche Medien aufgesessen: Das Bundesverfassungsgericht hat eine Entscheidung zu den umstrittenen Studiengebühren nicht so getroffen, wie dies zum Teil aus Medieninformationen zu entnehmen war. Das Verfassungsgericht sah sich zudem aufgefordert, eine Pressemitteilung zur Richtigstellung des Sachverhalts zu liefern: Demnach war wohl eine Verfassungsbeschwerde direkt beim BVerfG eingegangen, ohne, dass zuvor der Rechtsweg erschöpft worden war. Dies ist nach § 90 Abs. 2 BVerfGG unzulässig.
Demnach hat das BVerfG gar nicht inhaltlich über den gestellten Antrag entschieden, sondern sah sich aus formellen Gründen an einer Entscheidung in der Sache gehindert. Nach der Nachholung des Rechtswegs, kann also das BVerfG zur Sache entscheiden. Dann auch ganz anders, als dies die Medien jetzt schon berichtet hatten. Es fragt sich, warum dies bei der gebotenen redaktionellen Sorgfalt nicht aufgefallen ist bzw. wer von wem abgeschrieben hat.
Richtigstellung: Bundesverfassungsgericht hat keine Entscheidung über die Rückgewähr von geleisteten Studiengebühren in Hessen getroffenIn der Presse ist wiederholt der Eindruck erweckt worden, das Bundesverfassungsgericht habe über Ansprüche auf Rückforderung von in Hessen gezahlten Studiengebühren entschieden bzw. Studenten nahe gelegt, bezahlte Gebühren zurückzufordern. Dies ist nicht zutreffend. Vielmehr wurde ein Beschwerdeführer durch Rechtspflegerschreiben lediglich gebeten, die Frage zu prüfen, ob vor einer Anrufung des Bundesverfassungsgerichts nicht erst der Rechtsweg zu erschöpfen ist.
Bundesverfassungsgericht - Pressestelle - Pressemitteilung Nr. 74/2008 vom 10. Juli 2008
Rechtsgrundlage § 90 BVerfGG(1) Jedermann kann mit der Behauptung, durch die öffentliche Gewalt in einem seiner Grundrechte oder in einem seiner in Artikel 20 Abs. 4, Artikel 33, 38…
» Vollständiger ArtikelThemen: Medien , Urteile , Bundesverfassungsgericht , Hessen
Erschienen 12. Juli 2008 auf http://www.jur-blog.de.
Kommentare zu "BVerfG korrigiert Mediendarstellung bzgl. Studiengebühren in Hessen":
Die Presse hat es schon richtig wiedegegeben.
Das Bundesverfassungsgericht hat durch Schreiben eines Oberregierungsrates mitgeteilt,daß das Urteil des Staatsgerichtshofes Hessen nicht rechtskräftig und nur bezuüglich der Vereinbarkeit des Gesetzes mit der Hessischen Verfassung nicht jedoch hinsichtlich der Verletzung von Bundesgrundrechten bindend sei.
Es könne deshalb der Rechtsweg von unten betritten werden.Dies kann im Zusammenhang mit der Verfassungsbeschwerde nur bedeuten die
Rückzahlung der Studiengebühren unbeschadet von der Entscheidung des Staatsgerichtshofes auf dem Instanzenweg zu veruchen.
Ra Rosenberg
BverfG: Richtigstellung: Bundesverfassungsgericht hat keine Entscheidung über die Rückgewähr von geleisteten Studiengebühren in He…
Rechtblog | 10. Juli 2008 — In der Presse ist wiederholt der Eindruck erweckt worden, das Bundesverfassungsgericht habe über Ansprüche auf Rückforderung …
Typisch Student
kanzlei-hoenig.de | 14. Juli 2008 — Das Bundesverfassungsgericht stellt richtig: In der Presse ist wiederholt der Eindruck erweckt worden, das Bundesverfassung…
Verfassungsbeschwerden reihenweise
Rechtslupe | 30. Juni 2010 — Steter Tropfen höhlt den Stein. Stets Verfassungsbeschwerde bringt die Missbrauchsgebühr.Derzeit vermeldet das Bundesver…
Textilien aus China: BVerfG verweist auf Fachgerichte
Lichtenrader Notizen | 8. September 2005 — Das Bundesverfassungsgericht hat eine Verfassungsbeschwerde gegen ablehnende Zollbescheide über den Import von Textilien aus China…
Durchsuchungsanordnungen mangelhaft - Richterkontrolle?
§§ Jur-Blog.de §§ | 15. Juli 2008 — Wie schon in mehreren Medienberichten kritisiert, sind die Bearbeitungszeiten für die Amtsrichter bei Anordnung einer Durchsuch…
BVerfG: Verfassungsbeschwerde gegen Mehrwertsteuererhöhung erfolglos
STEUERRECHT | 19. Dezember 2007 — BVerfG-Beschluss vom 06.12.2007 - 1 BvR 2129/07 Presseerklärung Nr. 117/2007 des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG): “Die B…
BVerfG: Verfassungsbeschwerde der Musikindustrie gegen die Zulässigkeit digitaler Privatkopien nicht zur Entscheidung angenommen
Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 5. November 2009 — Bundesverfassungsgericht Beschluss vom 07.10.2009 1 BvR 3479/08 Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde der Mus…
Grundsteuer Zulässig: Grundsteuer auf’s Eigenheim
Blickpunkt Recht & Steuern | 29. August 2005 — Derzeit ist beim Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde gegen die Besteuerung von Grundeigentum, das selbst bewohn…
Verfassungsbeschwerde gegen das Zugangserschwerungsgesetz unzulässig
Internet-Law | 20. April 2011 — Nachdem netzpolitik.org heute darüber berichtet, dass das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsbeschwerde gegen das Zugang…
BVerfG: Unzulässige Verfassungsbeschwerde gegen Fortfall des Kindesgeldes bei Überschreitung des Jahresgrenzbetrages
STEUERRECHT | 30. April 2009 — BVerfG-Beschluss vom 06.04.2009 - 2 BvR 1874/08 Pressemitteilung Nr. 46/2009 des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG): “Der 1…
Hier finden Sie die Pressemitteilungen des Bundesministeriums der Justiz

