burn your bridges behind you

The New Dictionary of Cultural Literacy, Third Edition. 2002.

burn your bridges behind you

To eliminate any possibility of a retreat to a former position: “In his ruthless pursuit of success, Sloane offended all his coworkers and effectively burned his bridges behind him.”

Inzwischen habe ich ein praktisches Beispiel für den Lehrsatz erhalten, dass man den falsch aussagenden Zeugen nie in den Meineid treiben darf. Der Grund liegt darin, dass man schon bei der bewussten uneidlichen Falschaussage erhebliche Bauchschmerzen bekommt, gerade wenn es sich um nahe Angehörige, wie beispielsweise die Ehefrau handelt.

Letztens war ich mit meinem Ausbilder in einer Verhandlung gesessen. Die Akten hatte ich vorher nicht gelesen; als der Richter aber drei Zeugen belehrte, darunter die Ehefrau des Angeklagten, und die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift Eingehungsbetrug in zwei Fällen verlas, schwante mir schon übles….

Und so kam es denn auch: schon während der Einlassung des Angeklagten hatte ich das Gefühl, mit einem liegen gebliebenen Wagen auf einem Bahnübergang zu stehen, während sich ein Zug nähert. Zum Sachverhalt ganz kurz: der Angeklagte hat die eidesstattliche Versicherung abgegeben (war also “zahlungsunfähig”) und hat dennoch bei zwei Firmen teure Ausrüstung für sein Geschäft bestellt. Der Angeklagte behauptet jedoch, gegenüber den als Zeugen geladenen Vertreter der Firmen seine finanzielle Situation offen gelegt zu haben - dies könnte seine Frau bezeugen, die bei dem Gespräch anwesend war….

Die Zeugen wussten jedoch von der Zahlungsunfähigkeit des Angeklagten nicht; dieser habe dazu nichts gesagt. Auch sei die Ehefrau nicht bei den Gesprächen zugegen gewesen. Der Zug kommt näher…

Nun fing von Seiten des Gerichts und der Staatsanwaltschaft die Bautätigkeit an. Die erste “Goldene Brücke” wurde dem Angeklagten gebaut, dem angeboten wurde, den Sachverhalt einzugestehen, und damit seiner Ehefrau eine Bestrafung wegen Falschaussage zu ersparen, die härter ausfällt, als was er zu erwarten habe. Der Angeklagte bestand auf die Vernehmung seiner Frau, die Brücke brannte er ab. Die zweite “Goldene Brücke” wurde der Ehefrau gebaut, indem sie nochmals eindringlich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht und die empfindliche Bestrafung der uneidlichen Falschaussage aufmerksam gemacht wurde. Die Ehefrau sagte als Zeugin aus, die wäre bei den Verkaufsgesprächen dabei gewesen, und es wäre so, wie ihr angeklagter Ehemann es geschildert hätte, und brannte auch diese Brücke ab. Die dritte und letzte “Goldene Brücke” wurde der Ehefrau gebaut, sich nochmals die Aussage zu überlegen und diese ggf. zu berichtigen. Auch diese Brücke brannte ab, als diese auf ihrer Aussage bestand.

Ende des Schauspiels: Der Ehemann wurde wegen Betruges verurteilt, die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen falscher uneidlicher Aussage gegen die Ehefrau eingeleitet. Allzu offensichtlich war der Umstand, dass die Ehefrau ihren angeklagten Mann schützen wollte. Kommentar von Karo: “Die wird den Arsch irgendwann dafür hassen.” Hoffentlich.

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Erschienen 18. September 2005 auf http://www.schmierzettel.net.

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