Bundeswehr zahlte Entschädigung für erschossene Afghanin

Berlin (Reuters) - Die Bundeswehr hat der Familie der vergangene Woche in Afghanistan erschossenen Frau eine Entschädigung gezahlt, um Angriffe abzuwenden.

"Die betroffene Familie und weitere Mitglieder des Stammes hatten Blutrache geschworen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Berlin.

Ein paschtunischer Stammesführer habe ein Gespräch mit dem ältesten Bruder der getöteten Frau vermittelt. Dabei sei vergangenen Samstag eine Entschädigungszahlung vereinbart worden, sagte der Sprecher. Der Vertreter der Familie habe dann eine Verzeihung ausgesprochen. Damit sei eine Blutrache ausgeschlossen. Zur Höhe der Zahlung machte der Sprecher keine Angaben .

Die Frau und zwei Kinder waren an einem Kontrollpunkt der afghanischen Armee und der Bundeswehr südlich von Kundus erschossen worden. Nach Darstellung des deutschen Verteidigungsministeriums hat sich das Fahrzeug mit den Opfern plötzlich in Bewegung gesetzt, daraufhin sei das Feuer auf den Wagen eröffnet worden.

"Selbstverständlich ist diese Zahlung kein Schuldeingeständnis", betonte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Derzeit gebe es keinen Grund, irgendeinem deutschen Soldaten einen Vorwurf zu machen. Nach seinen Angaben hat die Staatsanwaltschaft Potsdam, die wegen der tödlichen Schüsse gegen einen Bundeswehrsoldaten ermittelt, ein Rechtshilfeersuchen an afghanische Behörden gestellt.



Quelle: Reuters (3. September 2008)

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Themen: Berlin , Afghanistan , Sprecher , Bundeswehr

Erschienen 3. September 2008 bei http://www.reuters.com.

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