Bundeswehr übergibt mutmaßliche Piraten an Kenia
Reuters | 8. April 2009 — Berlin (Reuters) - Die Bundeswehr hat den kenianischen Behörden sieben mutmaßliche Piraten übergeben, die einen deutschen Milit…
Berlin/Nairobi (Reuters) - Die Bundeswehr hat den kenianischen Behörden sieben mutmaßliche Piraten übergeben, die einen deutschen Militärtanker angegriffen hatten.
In der kenianischen Hafenstadt Mombasa habe der letzte Pirat die deutsche Fregatte "Rheinland-Pfalz" verlassen, erklärte das Auswärtige Amt am Mittwoch in Berlin. Vermutlich werde es schon am Donnerstag einen Haftprüfungstermin geben. Die Übergabe der Verdächtigen an Kenia war umstritten, da die Männer mit dem Bundeswehr-Tanker "Spessart" ein deutsches Schiff angegriffen hatten und es daher auch gewichtige Argumente für einen Prozess in Deutschland gab.
Im Golf von Aden kommt es ungeachtet eines internationalen Marineeinsatzes immer wieder zu Überfällen auf Schiffe. Derzeit befindet sich dort unter anderem das deutsche Containerschiff "Hansa Stavanger" in der Gewalt von Piraten. An Bord des Frachters sind nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft 24 Besatzungsmitglieder, darunter fünf Deutsche.
PIRATEN SCHLAGEN ERNEUT ZU
Am Mittwoch brachten Piraten vor der Küste Somalias ein unter US-Flagge fahrendes dänisches Containerschiff mit 20 amerikanischen Seeleuten an Bord in ihre Gewalt. Die "Maersk Alabama" mit 17.000 Bruttoregistertonnen sei auf der Höhe von Mogadischu weit draußen im Meer gekapert worden, erklärte eine in Kenia ansässige Seefahrtsorganisation. Die Besatzung sei vermutlich unverletzt. Das Schiff habe Waren von Dschibuti nach Mombasa transportiert, teilte die dänische Reederei A.P. Moller-Maersk mit. An Bord befinden sich nach Angaben der UN auch 232 Container mit Lebensmittellieferungen des Welternährungsprogramms für Somalia und Uganda.
Wegen der deutlichen Zunahme von Piratenüberfällen vor dem Horn von Afrika hat die Europäische Union (EU) Kriegsschiffe in die Region entsandt, um eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten zu überwachen. An dem Einsatz beteiligt sich auch die deutsche Fregatte "Rheinland-Pfalz."
Erschienen 8. April 2009 bei http://www.reuters.com.
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