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Bundeswehr in Afghanistan soll deutlich verstärkt werden

am 24.06.2008 von Reuters | Inlandsnachrichten

Berlin (Reuters) - Die Bundeswehr in Afghanistan soll mit tausend zusätzlichen Soldaten verstärkt werden.

Neben der personellen Aufstockung solle auch der zeitliche Rahmen des Afghanistan-Mandats verändert werden, kündigte Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Dienstag in Berlin an. Demnach soll das Mandat bis Dezember 2009 und damit länger als das sonst übliche Jahr laufen, um es aus der Bundestagswahl herauszuhalten. Die Aufstockung ist nötig, um mit mehr Flexibilität auf Herausforderungen reagieren zu können, erklärte der CDU-Politiker. Bisher liegt die Obergrenze für den Einsatz am Hindukusch bei 3500 Soldaten. Endgültig muss über die Erhöhung der Bundestag entscheiden. Dort zeichnet sich allerdings schon seit Monaten selbst in weiten Teilen der Opposition Zustimmung ab.

Einsatzgebiet der deutschen Soldaten bleibe wie bisher der Norden Afghanistans, betonte Jung. Im Mandat werde aber klargestellt, dass knapp 40 deutsche Fernmelder weiter im Süden aushelfen würden. Deutschland werde sich bei dieser Aufgabe mit Dänemark abwechseln, bis eine zivile Lösung gefunden sei, fügte Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan hinzu.

Gleichzeitig solle die Obergrenze für den Anti-Terror-Einsatz Operation Enduring Freedom (OEF) von derzeit 1400 auf 800 Soldaten reduziert werden, sagte der Minister. Dies ändert allerdings zunächst nichts an dem Einsatz, da die Obergrenze längst nicht ausgeschöpft ist. Die Marine schützt als Teil von OEF derzeit mit 260 Soldaten am Horn von Afrika die Seewege. Außerdem 100 Soldaten der Elitetruppe KSK für OEF-Einsätze in Afghanistan bereit. Sie wurden allerdings schon länger nicht mehr von den USA angefragt.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe, sagte in der ARD, es würden jetzt schon 300 bis 400 Soldaten in Afghanistan fehlen. Bei uns wird leider viel zu wenig darüber reflektiert, dass wir insgesamt in acht verschiedenen Stützpunkten unsere Soldaten eingesetzt haben. Wenn man nur daran denkt, was dort logistisch vorgehalten werden muss, dann kann sich jeder ausmalen, dass dies nicht mit wenigen Soldaten zu machen ist.

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