Bundesregierung weist Vorwürfe wegen erstochener Muslimin zurück

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung hat den Vorwurf Irans zurückgewiesen, sie sei mitverantwortlich für den Tod einer Ägypterin durch einen mutmaßlichen Ausländerhasser in Dresden.

Dies könne sehr deutlich verneint werden, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin. Die Bundesregierung tue seit Jahren alles, damit solche Taten in der Bundesrepublik keinen Nährboden fänden. "Wir ächten, wir verurteilen solche Taten, wo immer sie auftreten."

Anfang des Monats war eine 31-jährige schwangere Ägypterin während einer Gerichtsverhandlung in Dresden vom Angeklagten in einem Berufungsprozess mit 18 Messerstichen getötet worden. Der Mann hatte die in Dresden lebende Frau nach Angaben der Staatsanwaltschaft als "Islamistin", "Terroristin" und "Schlampe" verunglimpft, als sie ihn auf einem Spielplatz bat, die Schaukel für ihren Sohn frei zu machen. In dem Gerichtsverfahren trat sie als Zeugin auf.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte wegen der Bluttat einen Verurteilung Deutschlands durch die Vereinten Nationen gefordert. "Der Richter, die Jury und die deutsche Regierung sind in dieser Hinsicht alle Verbrecher, die dafür verantwortlich gemacht werden müssen", wurde er auf der Internet-Seite des staatlichen Rundfunks zitiert.

Der Tod der Frau hat in mehreren muslimischen Ländern Proteste ausgelöst, bei denen Deutschland Diskriminierung von Muslimen vorgeworfen wurde. In Teheran demonstrierten am Samstag rund 150 Jugendliche vor der deutschen Botschaft gegen die Tat. Teilnehmer warfen Eier auf den Eingang der Botschaft und riefen: "Tod für Deutschland". Am gleichen Tag kamen in Dresden Hunderte Bürger zu einer Trauerfeier zusammen.



Quelle: Reuters (13. Juli 2009)

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Themen: Deutschland , Berlin , Germany , Legislation , Western Europe , Europe , Diplomacy; International Relations , German General News , Crime; Law Enforcement , Domestic Politics , Judicial Processes/court Cases/court Decisions , Dresden , Proteste , Teheran , Wilhelm , Berufungsprozess , Schwangere , Egypt , Middle East , Iran (islamic Republic Of) , Religion And Belief (extend Definition)

Erschienen 13. Juli 2009 bei http://www.reuters.com.

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