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Bundesregierung erwartet 2009 geringeres Wachstum

am 28.09.2008 von http://www.reuters.com

Berlin (Reuters) - Das Wirtschaftwachstum wird wegen der internationalen Finanzkrise im kommenden Jahr nach Einschätzung der Bundesregierung deutlich geringer ausfallen als die bislang angenommenen 1,2 Prozent.

Finanzminister Peer Steinbrück sagte dem Spiegel, für 2008 habe er keinen Anlass für eine Revision der Wachstumsprognose von 1,7 Prozent. Aber 2009 dürfte deutlich schlechter werden als die bisher geschätzten 1,2 Prozent Wachstum. Ähnlich äußerte sich Wirtschaftsminister Michael Glos in der Bild-Zeitung vom Samstag: Wir werden unsere Prognose für das nächste Jahr wohl deutlich nach unten korrigieren müssen.

Der CSU-Politiker Glos erwartet als Folge der Finanzkrise eine Belastungsprobe für Deutschland. Die Bundesregierung will ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr am 16. Oktober aktualisieren.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechnet damit, dass in Folge der Finanzkrise 2009 keine neuen Arbeitsplätze mehr geschaffen werden. Deutschland werde als exportorientierte Volkswirtschaft indirekt von der Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen, sagte Hundt der Bild am Sonntag. Die Wirtschaft wird mit hoher Wahrscheinlichkeit 2009 langsamer wachsen als in den letzten Jahren. Der Beschäftigungsaufbau wird deshalb voraussichtlich nicht weitergehen.

Wie stark sich die Finanzkrise auf die deutsche Wirtschaft auswirkt, ist Steinbrück zufolge noch nicht absehbar. Klar ist bislang nur: Die Zahlen werden schlechter. Wie schlecht, kann noch niemand seriös sagen. Die Krise werde aber auf das Wachstum durchschlagen, sagte der Finanzminister. Es gebe jedoch auch derzeit einige gegenläufige Entwicklungen. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich noch gut. Wir haben noch erfreuliche Steuereinnahmen, sagte der SPD-Politiker.

Mit Blick auf das von der US-Regierung geplante Rettungspaket über 700 Milliarden Dollar sagte Steinbrück, er sehe weder Notwendigkeit noch Möglichkeit, in die Verantwortung für amerikanische Banken zu gehen, und unsere Lage ist robuster.

Einer Ifo-Umfrage zufolge macht sich unter den deutschen Unternehmen allerdings Pessimismus über die konjunkturelle Entwicklung breit. 60 Prozent der gut 500 im Auftrag der Wirtschaftswoche befragten Unternehmen rechnen mit einer längeren Flaute, 13 Prozent erwarten eine länger anhaltende Rezession. Gleichwohl planen die Firmen keine größeren Entlassungen, weil sie in den kommenden Jahren mit einem stärkeren Fachkräftemangel rechnen.

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