Bundesregierung: “Vollständige Überwälzung der Mehrwertsteuererhöhung wenig realistisch”

Die Bundesregierung hält es für wenig realistisch, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zum 1. Januar 2007 vollständig auf die Endverbraucher abgewälzt werden kann.

Dies gelte vor allem für wettbewerbsintensive Bereiche und sei auch bei früheren Steuersatzanhebungen nicht zu beobachten gewesen, heißt es in ihrer Antwort (BT-Drucks. 16/3390) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (BT-Drucks. 16/3182).

Auch dürfe die Anhebung der Steuer nicht isoliert betrachtet werden. Zusammen mit Einsparungen bei der Bundesagentur für Arbeit ermögliche ein Teil des daraus resultierenden Steuermehraufkommens eine Senkung des Beitragsatzes zur Arbeitslosenversicherung um 2,3 Prozentpunkte.

Dadurch würden Arbeitnehmerhaushalte finanziell entlastet. Durch die Senkung der Lohnnebenkosten könne es zu Preissenkungen kommen, die sich positiv auf die finanzielle Situation von Haushalten mit geringem Einkommen auswirken könnten.

Da der ermäßige Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent unverändert bleibe, ergäben sich keine Auswirkungen beim Konsum von Grundnahrungsmitteln, Trinkwasser, Druckerzeugnissen und beim öffentlichen Personennahverkehr.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, beziehen 35,6 Prozent aller Steuerpflichtigen ein zu versteuerndes Einkommen von unter 10.000/20.000 Euro (Ledige/Verheiratete) pro Jahr. Ihr Anteil am Einkommensteueraufkommen liege bei 0,6 Prozent.

Die Gruppe der Einkommensbezieher zwischen 10.000/20.000 Euro und 20.000/40.000 Euro betrage 24,6 Prozent, die zu 10,1 Prozent die Einkommensteuer finanzierten. Die Einkommensgruppe zwischen 20.000/40.000 Euro und 30.000/60.000 Euro habe einen Anteil an den Steuerpflichtigen von 21,4 Prozent und finanziere 21,1 Prozent des Steueraufkommens.

9,5 Prozent der Steuerpflichtigen bezögen zwischen 30.000/60.000 Euro und 40.000/80.000 Euro und trügen mit 16,1 Prozent zur Einkommensteuer bei. Die Gruppe der Einkommensbezieher zwischen 40.000/80.000 Euro und 52.152/

104.304 Euro habe einen Anteil von 4,7 Prozent an den Steuerpflichtigen und fülle das Einkommensteuersäckel z…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Umsatzsteuer , Umsatzsteuer überwälzung

Erschienen 17. November 2006 auf http://www.steuerrechtblog.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren
Auch zu Umsatzsteuer überwälzung:

Bundesregierung hält vollständige Überwälzung der Mehrwertsteuererhöhung wenig realistisch

Weblawg.de | 18. November 2006 — "... Die Bundesregierung hält es für wenig realistisch, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zum 1. Januar 2…

BReg.: 5 Prozent der Steuerpflichtigen zahlen 42 Prozent der Einkommensteuer

STEUERRECHT | 19. Februar 2010 — Ganze 5 Prozent der Steuerpflichtigen tragen zu rund 42 Prozent der Einnahmen bei der Einkommensteuer bei. Der Anteil dieser Gr…

Ein Viertel der Steuerpflichtigen zahlt Großteil der Lohnsteuer

Reuters | 25. August 2008Berlin (Reuters) - Eine Minderheit kommt in Deutschland für den Großteil der Einkommensteuer auf. 26,8 Prozent der Steuerpfli…

BReg: Erbschaftsteueraufkommen in 16 Jahren fast verdreifacht

STEUERRECHT | 25. Juni 2007 — Das den Ländern zustehende Aufkommen der Erbschaft- und Schenkungsteuer hat sich seit 1991 nahezu verdreifacht. Lag es im Jahre…

Bundesregierung: Durchschnittssteuerbelastung seit 1998 stark gesunken

STEUERRECHT | 6. Januar 2009 — Der Übergang zu einem linear-progressiven Steuertarif würde zu Mindereinnahmen von 25 Milliarden Euro bei der Einkommensteuer u…

Erbschaftsteueraufkommen 2008: Erbschaftsteueraufkommen

Blickpunkt Recht & Steuern | 22. Juni 2007 — Das den Ländern zustehende Aufkommen der Erbschaft- und Schenkungsteuer hat sich seit 1991 nahezu verdreifacht. Lag es im Jahre…

Paul Kirchhof im Interview: „25 Prozent Steuern für alle. Das ist die Obergrenze.”

Jurabilis | 21. August 2005 — Zunächst das, was im CDU/CSU-Programm steht: Abbau der Ausnahmen, Anhebung des Grundfreibetrags auf 8000 Euro, Senkung der St…

Durchschnittseinkommen Mecklenburg Vorpommern: 13.761 Euro

walfischbucht | 21. September 2006 — war das Durchschnittseinkommen der Einwohner des Kreises Nordwestmecklenburg im Jahre 2004. Dies ergibt sich aus einer jetzt ver…

Regierung: Steuerbelastung eines Durchschnittsverdieners gesunken

STEUERRECHT | 13. Mai 2008 — Die Belastung eines ledigen Durchschnittsverdieners durch die Einkommensteuer ist seit 1995 gesunken. Wie aus einer Antwort der…

Internet in Deutschland boomed

Dr. Behrmann & Härtel | 5. August 2008 — Der Markt für Internetzugänge boomt. Im Jahr 2008 wird der Umsatz mit privaten Internetanschlüssen in Deutschland voraussichtli…

Deutscher Bundestag - German Parliament - Bundestag Allemand
arbeitsagentur.de
REGIERUNGonline
Bundestagsdrucksachen