Bundesrechnungshof fordert Reform bezüglich des ermäßigten Umsatzsteuersatzes
Der Bundesrechnungshof hat hier einen Bericht des Ausschuss des Großen Senats des Bundesrechnungshofes über den ermäßigten Umsatzsteuersatz nebst Vorschlägen für eine künftige Ausgestaltung der Steuerermäßigung veröffentlicht.
In der zusammenfassenden Würdigung des Berichts heisst es unter anderem:
Die Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes führt vielfach zu Abgrenzungsschwierigkeiten, Mitnahmeeffekten und missbräuchlichen Gestaltungen. Der wachsende Abstand zwischen Regelsteuersatz und ermäßigtem Steuersatz hat zudem den Anreiz verstärkt, Leistungen zum ermäßigten Steuersatz zu erklären. Der Finanzverwaltung sind diese Probleme bekannt. Sie steht ihnen aber meist hilflos gegenüber. Angemessene Kontrollen wären nur mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand zu leisten. Die dazu notwendigen personellen Ressourcen stehen nicht zur Verfügung. [...] Einige Ermäßigungen verstoßen zudem gegen Gemeinschaftsrecht. Dadurch werden unzulässige Beihilfen gewährt, die auch zu Wettbewerbsverzerrungen führen können. Eine gemeinschaftsrechtskonforme Besteuerung vermeidet Vertragsverletzungsverfahren. Der Katalog der begünstigten Gegenstände ist unübersichtlich und teilweise widersprüchlich. Eine einfache und klare Systematik ist erforderlich. Bei einer Reihe von Gegenständen ist zudem nicht zu begründen, warum der ermäßigte Steuersatz gewährt wird. Teilweise mutet die Abgrenzung willkürlich an. Ferner sind bei verschiedenen Steuerermäßigungen die Gründe für ihre Einführung mittlerweile überholt. Eine Begünstigung ist in diesen Fällen nicht mehr sachgerecht. Die Beibehaltung wird den Ansprüchen an ein modernes und effizientes Steuerungsinstrument nicht gerecht. Als Ergebnis seiner Prüfung empfiehlt der Bundesrechnungshof, den Katalog der Begünstig…
» Vollständiger ArtikelKommentare zu "Bundesrechnungshof fordert Reform bezüglich des ermäßigten Umsatzsteuersatzes":
Die PIRATENPARTEI Landesverband Hamburg hatten den Hamburger Bürgermeister, Herrn von Beust, bereits am 17.06.2010 in einem offenen Brief diesbezüglich angeschrieben und eine detaillierte, nunmehr vom Bundesrechnungshof bestätigte Liste von zu korrigierenden Umsatzsteuerpositionen übersandt.
Gern wird den PIRATEN vorgeworfen, dass sie zu sehr auf das Internet focussiert seien. Es mag an dieser Stelle dahingestellt bleiben, ob dem so ist oder nicht – Tatsache ist jedoch, dass dies die PIRATEN nicht hindert, das Offensichtliche zu erkennen – und dies vor den sog. etablierten Parteien und vor dem Sonderbericht des Bundesrechnungshofes.
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