Bundesgerichtshof: Entscheidung über die Zulässigkeit von Rabatten und Zugaben durch Apotheken

Urteil vom 9. September 2010 – I ZR 193/07 – UNSER DANKESCHÖN FÜR SIE OLG Bamberg – 3 U 24/07 – Urteil vom 31. Oktober 2007 LG Schweinfurt – 5 HK O 30/06 – Urteil vom 19. Januar 2007 Urteil vom 9. September 2010 – I ZR 37/08 OLG Karlsruhe – 6 U 141/07 – Urteil vom 13. Februar 2008 LG Karlsruhe – 15 O 74/07 KfH IV – Urteil vom 28. Juni 2007 (Vorlage-)Beschluss vom 9. September 2010 – I ZR 72/08 – Sparen Sie beim Medikamentenkauf! OLG Frankfurt am Main – 6 U 26/07 – Urteil vom 29. November 2007 LG Darmstadt – 12 O 123/06 – Urteil vom 22. Dezember 2006 Urteil vom 9. September 2010 – I ZR 98/08 – Bonuspunkte KG Berlin – 5 U 189/06 – Urteil vom 11. April 2008 LG Berlin – 102 O 91/06 – Urteil vom 14. November 2006 Urteil vom 9. September 2010 – I ZR 125/08 OLG Frankfurt am Main – 6 U 118/07 – Urteil vom 5. Juni 2008 LG Darmstadt – 12 O 403/06 – Urteil vom 8. Mai 2006 Urteil vom 9. September 2010 – I ZR 26/09 OLG Karlsruhe – 4 U 160/07 – Urteil vom 12. Februar 2009 LG Offenburg – 5 O 107/06 KfH – Urteil vom 12. September 2007

Der u. a. für das Wettbewerbsrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute in sechs am 15. April 2010 verhandelten Sachen, in denen es jeweils um die Frage der Zulässigkeit von Bonussystemen bei der Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ging, die Entscheidungen verkündet.

Die unter dem Gesichtspunkt des Rechtsbruchs (§ 4 Nr. 11 UWG*) sowie teilweise auch unter dem einer unangemessenen Kundenbeeinflussung (§ 4 Nr. 1 UWG*) auf Unterlassung in Anspruch genommenen Apothekeninhaber gewährten ihren Kunden beim Bezug von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln nach unterschiedlichen Systemen Preisnachlässe, die Rückerstattung der Praxisgebühr, Einkaufsgutscheine und/oder Prämien. Die Kläger – in drei Fällen die Wettbewerbszentrale und in den übrigen Fällen Mitbewerber der Beklagten – sahen darin u.a. Verstöße gegen die im Arzneimittelrecht enthaltenen Preisbindungsvorschriften (§ 78 Abs. 2 Satz 2 und 3, Abs. 3 Satz 1 AMG**; § 1 Abs. 1 und 4, § 3 AMPreisV***) sowie gegen das im Heilmittelwerberecht geregelte Verbot von Werbegaben (§ 7 HWG****). Die Vorinstanzen hatten die gegenüber den Rabatt- und Bonussystemen erhobenen Beanstandungen überwiegend für begründet erachtet und jeweils die Revision zugelassen.

Der Bundesgerichtshof hat einen Verstoß gegen die arzneimittelrechtliche Preisbindung nicht nur dann als gegeben angesehen, wenn der Apotheker ein preisgebundenes Arzneimittel zu einem anderen als dem nach der Arzneimittelpreisverordnung zu berechnenden Preis abgibt. Er hat einen solchen Verstoß vielmehr auch dann bejaht, wenn für das preisgebundene Arzneimittel zwar der korrekte Preis angesetzt wird, dem Kunden aber gekoppelt mit dem Erwerb des Arzneimittels Vorteile gewährt werden, die den Erwerb für ihn wirtschaftlich günstiger erscheinen lassen. Die insoweit einschlägigen Bestimmungen des Arzneimittelrechts …

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Erschienen 14. September 2010 auf http://www.fachanwaltsliste.de/blog/.

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