Bund und Länder ordern Schweinegrippe-Impfstoff für Schwangere

Berlin (Reuters) - Für Schwangere soll noch im Dezember ein spezieller Impfstoff gegen die Schweinegrippe zur Verfügung stehen.

Bund und Länder wollten zur Immunisierung werdender Mütter 150.000 Dosen eines Impfmittels ohne umstrittenen Wirkverstärker bestellen, teilte die thüringische Gesundheitsministerin Heike Taubert am Mittwoch nach einem Impf-Gipfel bei Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler in Berlin mit.

Der bislang vorliegende Impfstoff Pandemrix von GlaxoSmithKline (GSK) gilt für Schwangere wegen des darin enthaltenen Wirkverstärkers unter Experten als nicht völlig bedenkenlos. Bereits Anfang Oktober hatten sich die Länderminister daher darauf verständigt, Verhandlungen mit Herstellern über einen anderen Impfstoff für Schwangere aufzunehmen. Allerdings ist ein solches Präparat in Deutschland bislang nicht zugelassen.

Nach Angaben von Taubert soll der Impfstoff nun von der australischen Firma "CSL" geliefert werden. Erst am Dienstag war in Aachen eine junge Frau an der Schweinegrippe gestorben, die am Montag im siebten Monat ein Kind zur Welt gebracht hatte.

Rösler hatte den Impfgipfel einberufen, weil es in den vergangenen Tagen in vielen Regionen zu Engpässen bei der Versorgung mit Impfstoffen gekommen war. Dies liegt zum einen an der schleppenden Lieferung durch den Hersteller, der nach eigenen Angaben Probleme mit der Vermehrung des Saatvirus hatte. Rösler sagte, ein Vertreter des Herstellers habe in der Sitzung verbindliche Zahlen über die nächsten Lieferungen genannt. So habe GSK zugesagt, dass bis Ende November 9,3 Millionen Dosen und bis Ende Dezember insgesamt 20 Millionen Dosen zur Verfügung stehen sollten. Daran werde deutlich, dass nicht jeder Bürger geimpft werden könne, sondern nach dem bereits bekannten Impfschema vorgegangen werden müsse, sagte Rösler. So sollten zuerst medizinisches Personal, dann Schlüsselpersonal wie Polizei und Feuerwehr und schließlich chronisch Kranke immunisiert werden. Angesichts der begrenzten Kapazitäten sei kein anders Vorgehen möglich.

Laut Robert-Koch-Institut wurden mittlerweile mehr als 50.000 Fälle der Schweinegrippe in Deutschland registriert. "Wir haben ein sehr dynamisches Geschehen", sagte Präsident Jörg Hacker.



Quelle: Reuters (11. November 2009)

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Themen: Berlin , Germany , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Health And Medicine , Labour; Employment; Unemployment , Financials , Bund , Aachen , Schwangere , Macro-economics , Insurance (industry Group) , Healthcare , Healthcare Services , Pharmaceuticals (sub-industry) , Pharmaceuticals And Biotechnology

Erschienen 11. November 2009 bei http://www.reuters.com.

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