Bürgerentlastungsgesetz 2010 im Überblick
Schon zum o1.01.2010 ist das Bürgerentlastungsgesetz 2010 in Kraft getreten, aus dem sich rund 10 Milliarden Euro Steuerentlastung
für alle Steuerpflichtigen ergeben soll. Das (BVerfG-Urteil vom 13.2.2008, 2 BvL 1/06, DStR 2008 S. 604) hatte den
Gesetzgeber dazu aufgerufen, dass Vorsorgeaufwendungen zur Existenzsicherung als steuerlich voll abziehbar sein müssen.
Aus dem Bürgerentlastungsgesetz 2010 ergaben sich zum 01.01.2010 folgende Neuregelungen, die nun bei der Berechnung der 2010 für alle Steuerpflichtigen relevant
werden. Angesichts der – wie üblich – sehr komplizierten Rechtslage bei der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Aufwendungen zur und zur Existenzsicherung gibt es
eine Menge an Fragen zum Bürgerentlastungsgesetz 2010, die auf der Seite des Bundesfinanzministeriums beantwortet werden.
1. Beiträge zur Altersvorsorge
Beiträge
zur gesetzlichen Rentenversicherung, zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen der Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte und
anderer Freiberufler, zu landwirtschaftlichen Alterskassen und zu sog. privaten Basisrentenversicherungen oder
“Rürup”-Rentenversicherung
sind für 2010 mit 70 % der Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 14.000 Euro (Ledige) bzw. 28.000 EUR (Verheiratete) steuerlich
abzugsfähig, wobei die Höchstbeträge jährlich um
bzw. 800 Euro bis auf 20.000 Euro bzw. 40 000 Euro und die abzugsfähige Quote jährlich um 2 Prozentpunkte steigen. Der
Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung ist jedoch lediglich mit 40 % absetzbar, wobei auch diese Quote jährlich um 4
Prozentpunkte steigt.
2. Beiträge zur Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung
Beiträge zur gesetzlichen und zur Pflegeversicherung sind zukünftig in voller Höhe steuerlich abzugsfähig.
Dies gilt auch für Beiträge zur eigenen privaten Basis-Krankenversicherung sowie für Beiträge für mitversicherte Kinder. Steuerlich
nicht abzugsfähig sind jedoch Beiträge oder Beitragsanteile für Sonderleistungen wie z.B. für eine Chefarzt-Behandlung, Einbettzimmer
oder Krankengeld.
Steuerlich abzugsfähig als Sonderausgaben sind die Beiträge, die der eigenen Absicherung des Steuerpflichtigen und der Absicherung
unterhaltsberechtigter Personen dienen. Dazu zählen
der (nicht dauernd getrennt lebende) Ehegatte, Kinder, für die Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag besteht, der
Lebenspartner in eingetragener Lebenspartnerschaft.
Für Freiberufler, Selbständige und Unternehmer bringt das Bürgerentlastungsgesetz 2010 in der Regel keine Verbesserung. Diese Gruppen
profitieren jedoch noch bis 2019 von der Günstigerprüfung mit der Rechtslage von 2004 und können wie bisher Beiträge zur
Rentenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung sowie zu anderen in Höhe von maximal 5.069 Euro (Ledige) bzw. 10.138…
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