Bücher vor Gericht – Verleger kritisiert Esra-Rechtsprechung
am 26.05.2008 von http://www.telemedicus.info/
Maxim Billers „Esra“, der Contergan-Film in der ARD oder auch das Theaterstück „Ehrensache“ – in letzter Zeit waren immer wieder Werke der Literatur und Kunst Gegenstand von Gerichtsverfahren. In den genannten Fällen hatten die Richter zu entscheiden, inwiefern Persönlichkeitsrechte die Kunstfreiheit einschränken. Mit seiner Esra-Entscheidung hat das BVerfG letztere deutlich eingeschränkt. Der Verleger Helge Malchow (Kiepenheuer und Witsch Verlag) äußert sich in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ kritisch zu diesen Entwicklungen:
Es belastet unsere Arbeit in den Lektoraten. Es ist eine Bedrohung für jeden Schriftsteller, der seine Arbeit ernst nimmt. Kunstwerke entstehen nach einer ästhetischen, nicht nach einer juristischen Logik (...). Wir haben es hier offensichtlich mit einer neuen Form von Biedermeier-Mentalität zu tun, mit einer Sehnsucht …
BVerfG im Fall „Esra“: Roman verletzt Persönlichkeitsrecht
Telemedicus / „Schutz der Intimsphäre setzt der Kunstfreiheit Grenzen“ – so lautet der Beschluss des BVerfG im Fall „Esra“. Damit darf das Buch des Schriftstellers Maxim Biller weiterhin nicht veröffentlicht werden. Der Verlag hatte gegen ein ents…
Podcast: Kunstfreiheit vs. Persönlichkeitsrechte
Telemedicus / Maxim Billers Roman „Esra“ bleibt verboten , der ARD-Film über den Contergan-Skandal darf gezeigt werden. In beiden Fällen musste das Bundesverfassungsgericht über die Reichweite der Kunstfreiheit entscheiden. Dabei wog es diese gegen die…
BVerfG: Schutz der Intimsphäre setzt der Kunstfreiheit Grenzen
Kanzlei Dr. Bahr: Recht der Neuen Medien / Im Jahr 2003 erschien im Verlag der Beschwerdeführerin der Roman Esra von Maxim Biller. Er erzählt bis in intimste Details die Liebesbeziehung zwischen Esra und dem Ich-Erzähler, dem Schriftsteller Adam. Der Liebesbeziehung stellen sich Umstände…
Schmerzensgeld für “Esra”
JuracityBlog / 50.000 Euro müssen der Verlag Kiepenheuer & Witsch sowie der Schriftsteller Maxim Biller seiner ehemaligen Freundin zahlen. Das hat nun das Landgericht München I (Urteil v. 13.02.2008, Az.: 9 O 7835/06 - noch nicht rechtskräftig)…
Kunstfreiheit vs. Persönlichkeitsrecht
Handakte WebLAWg / Es ist eine merkwürdige Tatsache, dass große moralische Fragen oftmals aus kleinem Anlass aufgeworfen werden. Wann und wo die Kunstfreiheit an die Grenzen der Persönlichkeitsrechte stößt, ist eine erhebliche Frage. Der Anlass jedoch, der den St…
(Kein) Ende in Sicht? Streit um Maxim Billers Esra
Telemedicus / Der für diesen Mittwoch anberaumte Verhandlungstermin gegen den Schriftsteller Maxim Biller vor dem Münchner Landgericht I wurde verschoben. Grund hierfür ist, dass eine wahrscheinlich streiterhebliche Entscheidung des Bundesverfassungsgerich…
