"Brausepampe" soll für schweren Sturz ursächlich gewesen sein

Kann man auf einem klebrigen Gemisch aus Brausepulver und Cola ausrutschen? Diese Frage soll im Schadenersatzprozess eines Mannes aus Bischbrunn vor dem Landgericht Würzburg ein Sachverständiger klären, ehe Richter Dr. Claus Barthel ein Urteil spricht. Wie mehrfach berichtet, fordert der Kläger von drei Kindern aus dem Ort 12.000 Euro Schadenersatz. Er behauptet, auf der „Brausepampe“ ausgerutscht zu sein, die eine Gruppe Kinder, darunter die Beklagten, ihm an Halloween vor zwei Jahren an seine Haustür geschüttet haben.

Nach mittlerweile drei Verhandlungsterminen stehen eigentlich nur zwei Dinge fest: Das Cola-Brause-Gemisch wurde von den Kindern an die Tür geschüttet und dann an der Tür geklingelt, um den Kläger zu ärgern. Und nachdem der Mechaniker wurentbrannt aus der Tür stürmte, um die Halloween-Plagegeister wegen ihrer ständigen Klingel-Aktionen zur Rede zu stellen, stürzte er so schwer, dass er sich die Kniescheibe an fünf Stellen brach. Aber auch nach ingesamt fast acht Stunden Stunden Beweisaufnahme ist immer noch nicht klar, was die genaue Ursache für den Sturz gewesen ist. „Zuviel Alkohol“, munkeln Personen aus dem Umfeld der beklagten Kinder. Für den Kläger dagegen ist klar, dass er auf der „Brausepampe“ vor seiner Haustür ausrutschte und nur deshalb zu Sturz kam.

Am Mittwoch machte der Mechaniker vor Gericht erstmals selbst Angaben zu den Vorgängen am 31. Oktober 2006. Die Aussage eines Zeugen, nach der er die Kinder bis auf die Straße verfolgte und erst dort zu Fall kam, wies er entschieden zurück. „Ich bin auf der Sauerei vor der Tür ausgerutscht, habe die beiden Stufen des Treppenpodestes noch mit einem großen Schritt genommen und bin dann auf den Weg zwischen Treppe und Gehsteig auf meinem Grundstück gestürzt.“ Die Anwälte der Gegenseite warfen ihm vor, damit mittlerweile die vierte Version des Geschehens abgeliefert zu haben. Tatsache ist, dass der Kläger den gleichen Vorgang bereits vor dem ersten Prozesstermin in einem Schreiben an unsere Redaktion geschildert hat.

Allerdings verwickelte er sich in einigen anderen Punkten in Widersprüche, die bei der gegnerischen Partei Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit wecken. Unter anderem sagt er heute, er sei nach dem Sturz mit Hilfe seiner Frau ins Haus gehumpelt und dabei trotz großer Schmerzen sogar der Brause-Lache auf dem Treppenpodest ausgewichen. Im Schreiben an unsere Redaktion heißt es dagegen: „Ich musste mich aus eigener Kraft auf dem Hinterteil hopsend in den Hausflur quälen.“ Worauf er ausgerutscht ist, hat der Mechaniker nach eigenen Worten nicht gesehen. Seine Schlus…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Sturz , Halloween , Brause Türen

Erschienen 27. November 2008 auf http://www.woetzel-online.info/.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren
Auch zu Brause Türen:

Halloween-Streich-Opfer: Erst Vorschuss, dann Gutachten über "Brausepampe"

schreibmaschine | 23. Januar 2009 — Weiter gesunken scheinen die Chancen eines Mannes aus Bischbrunn, vor dem Landgericht Würzburg mit seiner Schadensersatzklage g…

Sachverständigengutachten über Konsistenz der "Brausepampe"

schreibmaschine | 11. Juli 2008 — Auch nach der Einvernahme von vier weiteren Zeugen sind die Aussichten eines Mannes aus Bischbrunn, nach einem Halloween-Streic…

Nach missglücktem Halloween-Streich: Drei Kinder verklagt

schreibmaschine | 22. März 2008 — Fast 12.000 Euro fordert ein Mann aus Bischbrunn (Main-Spessart-Kreis) von drei Kindern aus dem Ort, die für seine schwere Kniever…

Gemeinde haftet nicht für Sturz im Wahllokal

BLEIL | 19. August 2011 — Das Brandenburgische Oberlandesgericht hat mit Urteil vom 31. Mai 2011 entschieden (Az.: 2 U 54/10), dass die Gemeinde in der Rege…

Wang will sich nicht entschuldigen

schreibmaschine | 24. November 2010 — Im Strafprozess gegen Jin Wang, den ehemaligen Generalmusikdirektor (GMD) des Würzburger Mainfranken Theaters, ist am mittlerwe…

Hat HIV-positiver Afrikaner ein Kind missbraucht?

schreibmaschine | 20. März 2007 — Einem 38 Jahre alten Kenianer, der von der kleinen Zeitung mit den vier großen Buchstaben fälschlicherweise als "Aids-Mann" bezeic…

Sturz eines Radfahrers

Schadenfixblog | 29. Juli 2010 — Ursachenzusammenhang beim Sturz eines Radfahrers Der Fahrer eines Pkw wollte ein Grundstück verlassen und musste dabei einen …

Landgericht Stendal, diesmal in anderer Sache

Mord ist mein Beruf | 16. November 2009 — Meinem Mandanten wurde vorgeworfen in fünf Fällen in Autos eingebrochen zu sein und dabei Geld sowie in einem Fall eine Bankkarte …

Ex-Richter probierte zuviel Wein: Unfall mit dem Fahrrad

schreibmaschine | 6. Februar 2008 — Obwohl er darauf besteht, nichts Unrechtes getan zu haben, hat ein ehemaliger Amtsrichter nach einigem Hin und Her einen Strafbefe…

Erbärmlich das man selbst seine Kinder benutzt

Stuttgart Inkasso | 14. Mai 2010 — Es kommt zum Glück nicht oft vor, aber doch leider immer wieder, dass Schuldner ihre eigenen Kinder vorschicken um sie zu verle…