Brauchen wir eine Deutsche Stiftung für Mediation?

In diesen Tagen wird unter Mediatoren viel und intensiv diskutiert, ob die Gründung einer Deutschen Stiftung für Mediation notwendig ist. Hintergrund der Diskussionen sind die engagierten Vorbereitungen zum Start einer Mediations-Stiftung in den letzen Monaten von einer Vielzahl von Mediatoren, die sich insbesondere aus der Xing-Gruppe Wirtschaftsmediation rekrutieren. Allein an diesem Samstag treffen sich über 60 Mediatoren in Berlin um sich über den Stand der Gründung einer Deutschen Stiftung für Mediation zu informieren. Aber brauchen wir wirklich eine Deutsche Stiftung für Mediation?

Ein Blick auf die Internetseite der Stiftung in Gründung und das Memorandum der Arbeitsgemeinschaft Mediation informiert über das Gründungsvorhaben. Die zukünftige Stiftung will sich also insbesondere einsetzen für:

Breitangelegte Öffentlichkeitsarbeit (Anzeigen, Vorträge, Messen, etc.) Intensive Pressearbeit (Pressemitteilungen, Berichterstattung, Namensartikel, Kontaktpflege, Fachjournalisten) Politische Öffentlichkeitsarbeit (insbesondere in Richtung der zuständigen Bundes- und Landesministerien) Unterstützung und Durchführung von Bildungsmaßnahmen (an Schulen, Volkshochschulen, in Betrieben, etc.) Einrichtung von Mediationsinformationsstellen im Rahmen der Verbraucherberatung Kooperationen mit namhaften Universitäten zur Evaluierung von Mediation und deren Fortentwicklung

Und, kommen Ihnen diese Punkte irgendwie bekannt vor? Richtig, fast alle Mediationsverbände in Deutschland, und von denen gibt es ja bekanntlich gar nicht so wenige, haben genau die gleiche Intention. Ich habe mir gerade mal die Satzungen des Deutschen Forum für Mediation, der Deutschen Gesellschaft für Mediation, des Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt sowie des Bundesverband Mediation und von Konsens angeschaut. Überall findet sich der Wille, dass der Gedanke der Mediation in der Öfffentlichkeit verbreitet wird. Die Deutsche Stiftung für Mediation wird also das Rad nicht neu erfinden. Vielmehr wird sich noch eine weitere Organisation in Deutschland diesem Thema widmen. Die Zahl der Mediationsorganisationen in Deutschland wird also weiterhin immer komplexer und unübersichtlicher. Ich sehe vor mir schon den genervten Justizminister, der an einem Tag von zwanzig verschiedenen Mediationsorganisationen angerufen wird und Stellungnahmen erhält. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Mediatoren kein Gehör finden.

Angemerkt sei aber, dass es im Detail schon Unterschiede gibt. Die Gründungsmitglieder der Deutschen Stiftung für Mediation betonen schon jetzt, dass die Stiftung im Gegensatz zu vielen Mediationsvereinen keine Interessenvertretung für Mediatoren sein wird. Die Stiftung soll sich ausschließlich mit der Verbreitung des Themas in der Bevölkerung beschäftigen. Damit ist zumindest gesichert, dass nicht noch eine weitere Organisation mit Standards noch vorne prescht und Gütesiegel vergibt. </…

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Themen: Berlin , Verbände , Arbeitsgemeinschaft

Erschienen 4. Februar 2011 auf http://www.adr-blog.de.

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