Freiheit vs. Sicherheit
LawBlog | 8. Oktober 2009 — Nächste Woche diskutiere ich mit Professor Wilfried Hinsch (praktische Philosophie) in Aaachen über das Thema “Freiheit vs. Sic…
[Eine Einführung gibt es bei Spaß mit der iTAN, Spaß mit der Uni und Spaß mit der Presse(stelle)] Wissenschaft als gesellschaftlicher Prozess funktioniert vielleicht nicht unbedingt über Bragging Rights aber doch überwiegend über Ruhm und Ehre. Ruhm für das Individuum mit wem es wo an was gearbeitet hat und Ruhm für die Organisation wer bei ihr gearbeitet hat und was dabei rausgekommen ist. In der Regel gewinnt der mit dem geringeren Ruhm dabei deutlich mehr. Wenn Ken Thompson beispielsweise ein Semester an der FH-Mittelstand unterrichtet, kriegt Ken eine Unze "der war ja wirklich überall" und die FH-M 50 Pfund "da unterrichtet sogar Ken Thompson". Deshalb sind die mit mehr Ruhm gelegentlich zickig zu denen mit weniger Ruhm. Ich schätze meine Beziehung zur RWTH so ein, das ich N Pfund "der wird sogar von einer Uni-Beschäftigt" bekomme und die RWTH N Pfund "da kennt man sich wirklich mit Sicherheit aus" bekommt. Während es, bevor unsere Gruppe eintraf, eine sehr gute Privacy Gruppe gab, hatte sich die RWTH bisher keinen Namen für IT-Sicherheit gemacht. Es ist auf keinen Fall so, dsa mir in der Sicherheitszene mehr Kompetenz zugesprochen wird, weil ich an einer Uni arbeite - ehr im umgekehrt. Und um ehrlich zu sein: An der Informatik der RWTH findet solide Arbeit statt, aber ich sehe da nicht etwa Weltruhm oder dergleichen, der auf jeden Mitarbeiter Disziplinübergreifend abstrahlt. Im Ausland ist die RWTH überwiegend unbekannt. Und während meine Stelle an der RWTH sicher eine gute Sache ist und ich sehr dankbar dafür bin, ist es sicher nicht so, dass "RWTH" unseren Papern oder Folien deutlich mehr Gewichtigkeit verleiht. Ehr im Gegenteil: unsere (hoffentlich gute) Arbeit macht die RWTH bekannter in der Sichereheitszene. Das Verhältnis zwischen Autoren untereinander ist übrigens noch schwieriger. Der DLF stellt es einfach dar: Eine mindere Unsitte ist auch die Gepflogenheit der Ehrenautorenschaft. Da kommt der Doktorvater oder der Institutsdirektor auf die Publikation, obwohl er keinerlei substanziellen Beitrag geleistet hat. Das ist gar nicht immer der Eitelkeit der Chefs anzulasten, da schmückt sich auch so mancher Forscherfrischling gern mit dem Namen seines berühmteren Ziehvaters und setzt ihn auf die eigene Arbeit. Nachvollziehbar, aber unethisch. (DLF) Aber was ist ein substanzieller Beitrag? Und wozu? Zu dem Paper? Zu der zugrunde liegenden Forschung? Wenn mein Chef ein knackiges Abstract und ein elegantes Fazit zu meinem Paper schreibt ist das ein substanzieller Beitrag? Wenn er es innerhalb der letzten 30 Minuten vor der Deadline tut? Wenn er ein Kapitel gründlich überarbeitet, ist das ein substanziellen Beitrag? Wenn ich für einen Kollegen die lästige (und geistig wenig anspruchsvolle) Arbeit der Datenaggregierung vornehme, ist das ein substanzieller Beitrag? Wenn ich eine Idee habe und ein Kollege die ausarbeitet, ist das substanzieller Beitrag von mir? Von ihm? Aber zum Glück gibt es bei uns keine akuten Probleme mit der Ehrenaut…
Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.LawBlog | 8. Oktober 2009 — Nächste Woche diskutiere ich mit Professor Wilfried Hinsch (praktische Philosophie) in Aaachen über das Thema “Freiheit vs. Sic…
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Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen. Hochschulbibliothek
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