Bonner Staatsanwaltschaft: Es ist Jan Ullrichs Blut

Folgt man rp-online, der Internet-Ausgabe der RHEINISCHEN POST, so ist der deutsche Radsportstar Jan Ullrich nunmehr endgültig des Dopings überführt. Der Autor leitet diese Erkenntnis aus einer Mitteilung des Bonner Oberstaatsanwalts Fred Apostel ab, wonach die bei dem spanischen Dopingarzt Fuentes sichergestellten Blutbeutel mit den Aufschriften "Jan", "Nummer 1" und "Rudis Sohn" eindeutig von dem kürzlich zurückgetretenen Ex-Tour-de-France-Sieger stammen. Dies habe die Untersuchung eines Mediziners des Landeskriminalamtes ergeben, der am 26. März 2007 zur Vornahme eines DNA-Abgleichs nach Spanien gereist war. Ullrich selbst hat bisher alle Kontakte zu Fuentes abgestritten. Einer der Verteidiger Ullrichs, Rechtsanwalt Johann Schwenn, reagierte heute prompt auf die Bekanntgabe der Staatsanwaltschaft. Auf der Internetseite Ullrichs erklärte er, nach den Unregelmäßigkeiten im spanischen Verfahren und Radsport-Weltverband UCI sei es gut möglich, dass der angebliche Befund die Folge von Manipulation sei. Jedenfalls bestehe kein Grund, an der Verteidigungslinie für Jan Ullrich irgendetwas zu ändern. Ein anderer Anwalt Ullrichs, der medienerfahrene frühere CDU-Minister Peter Michael Diestel, erklärte, mit den jetzt vorliegenden Erkenntnissen sei überhaupt nichts erwiesen. Ullrich sei oft Blut abgenommen worden. Soll wohl heißen: Interessierte Kreise könnten Ullrich-Blut aus anderen Entnahmen auf ominösen Wegen ins spanische Ermittlungsverfahren geschmuggelt haben. Eine wohl eher abenteuerliche These, aber bekanntlich gibt es ja nichts, was es nicht gibt. Und außerdem sei die Verteidigung auch nicht dabei gewesen, als die Proben verglichen wurden, fügte Diestel hinzu. Da wittert man gleich Verschwörung ... Ironie beiseite: Es spricht doch vieles dafür, dass jetzt die letzten Rückzugsgefechte in einem schon längst verlorenen Kampf eingeleitet werden. Dabei meine ich weniger das Ermittlungsverfahren gegen Ullrich wegen Betruges zum Nachteil seines früheren Rennstalls, sondern mehr die Reputation eines der beliebtesten Sportler Deutschlands, der nach der Suspendierung durch die Leitung des T-Mobile-Teams unmittelbar vor Beginn der letzten Tour de France nur wenig zur Aufklärung der Vorwürfe beigetragen und sich stattdessen mit taktischem Geplänkel und unter Berufung auf die Unschuldsvermutung einer wirklichen Auseinandersetzung mit denselben entzogen hat. Strafprozessual betrachtet ist das nicht zu beanstanden, aber zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit seiner Sportart hat das sicher nicht beigetragen. Das wird auch der ansonsten sehr geschätzte Kollege Schwenn wissen, denke ich. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER

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Themen: Tour DE France , Jan Ullrich , Staatsanwaltschaft , Sieger , Blut , Fuentes , Nummer 1

Erschienen 3. April 2007 auf http://www.strafblog.de.

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