Body Integrity Identity Disorder
Es ist eine “bizarre Bitte”: Ein Mann möchte sich das Rückenmark durchtrennen lassen, um seine “innere Identität als Mensch mit einer Querschnittslähmung” zu erlangen. Die Süddeutsche Zeitung (und jurabilis!) berichten von dem seltsamen Wunsch und stellen die Frage, wie weit die Selbstbestimmung des Einzelnen reicht. In Schottland haben sich zwei (zumindest körperlich) gesunde Männer jeweils ein Bein amputieren lassen. Darf sich ein völlig gesunder Mensch absichtlich verstümmeln und vollkommen normal funktionierende Körperteile entfernen lassen, wenn er sie nicht mehr haben möchte?
Ganz abwegig ist das nicht, die plastische Chirurgie beschäftigt sich auch mit dem Brechen funktionsfähiger (aber hässlicher) Nasen oder der Entfernung zu großer Brüste. Niemand will das ernsthaft verbieten. Ähnlich, aber viel gravierender sind Eingriffe zur Geschlchtsumwandlung.
Die SZ berichtet von hitzigen Diskussionen im medizinethischen Forum der Universität Bochum (gemeint ist vermutlich diese Mailingliste, leider kann der Austausch wohl nicht online nachverfolgt werden). Aufgrund eines Artikels in der New York Times (Registrierung notwendig) gab es Beiträge u.a. im Neuroethics & Law Blog (Prof. Kolber) und im Generic Heretic (Studentisches Blawg). Die Bezeichnung Body Integrity Identity Disorder stammt aus einem Artikel in Psychological Medicine im Jahr 2004 von Psychiater Dr. Adam First, der 52 Patienten untersucht hat. Unter anderen Bezeichnungen ist das Phänomen seit 1977 bekannt. Die vermutlich informative Seite www.biid.org unterliegt leider einer täglich Trafficbegrenzung.
In der Blogosphäre gibt es einige Anmerkungen zu TV-Serien, die sich über das Thema lustig machen.
Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.“Ich wünsche mir eine Querschnittlähmung” - kann der Rechtsanwalt helfen?
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