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BND gibt Entwarnung bei Terrorverdächtigem Breininger

am 22.10.2008 von http://www.reuters.com

Berlin (Reuters) - Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat im Fall des Terrorverdächtigen Eric Breininger Entwarnung gegeben.

Es gebe derzeit keine Anhaltspunkte, dass der 21-jährige Islamist auf dem Weg nach Deutschland sei, sagte BND-Chef Ernst Uhrlau in einem am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Interview. Der Geheimdienst verstehe Breiningers frühere Äußerungen so, dass er Pläne für einen Selbstmordanschlag in Afghanistan oder Pakistan gehabt habe. Breininger selbst erklärte in einem Internet-Video, er befinde sich in Afghanistan und plane persönlich keine Anschläge gegen Deutschland. Im hessischen Langen wurde unterdessen ein weiterer mutmaßlicher Helfer der Sauerland-Gruppe verhaftet.

Spiegel Online zitierte Breininger in dem Video mit den Worten, die Bundesrepublik müsse wegen des Afghanistan-Einsatzes dennoch mit Attentaten rechnen. Der knapp sechs Minuten lange Film sei am Dienstag von der extremistischen Islamischen Dschihad-Union (IJU), der Breininger zugerechnet wird, auf deren Webseite veröffentlicht worden. Aus Kommentaren Breiningers zur Festnahme zweier mutmaßlicher Islamisten in Nordrhein-Westfalen vor einigen Wochen ergebe sich, dass die Aufnahme aktuell sei.

Das Bundeskriminalamt erklärte am Mittwoch, es betrachte das Video als authentisch. Unklar sei allerdings, ob sich Breininger darin tatsächlich in Afghanistan aufhalte. Auch sei weiter nicht die Gefahr gebannt, dass er nach Deutschland kommen könnte. Die Öffentlichkeitsfahndung nach ihm werde hier daher weiterlaufen. Die Sonderkommission zur Breininger-Fahndung war nach BKA-Angaben allerdings vergangene Woche aufgelöst worden, weil die Zahl der Hinweise sich reduziert habe. Die Fahndung war Ende September gestartet worden. Damals gab es Befürchtungen, Breininger könnte unterwegs nach Deutschland sein, um hier Anschläge zu planen.

Der 21-jährige Breininger stammt aus dem saarländischen Neunkirchen. In Videobotschaften hatte er mehrfach gedroht, ein Selbstmordattentat begehen zu wollen. Die deutschen Ermittler haben ihn und seinen libanesischen Freund Houssain al-Malla schon länger im Visier, beide gelten als gefährlich und sollen Ausbildungen in Terrorlagern im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet absolviert haben. Seit Mitte April liegen auch Haftbefehle gegen sie vor: Die beiden werden der Mitgliedschaft in der Islamischen Dschihad-Union (IJU) verdächtigt, die in Deutschland als terroristische Vereinigung geführt wird.

In Langen wurde unterdessen ein 21-jähriger Türke verhaftet, der die IJU unterstützt haben soll. Es handelt sich um den jüngeren Bruder eines Mitglieds der Sauerland-Gruppe, die massive Anschläge in Deutschland geplant haben soll. Er stehe im Verdacht, auf Betreiben seines Bruders über Mittelsmänner in der Türkei Geld an die IJU geschickt zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Außerdem solle er ein Nachtsichtgerät, ein Fernglas und eine Kamera an einen Kämpfer der IJU übergeben haben. Die Gegenstände seien für ein Terrorlager im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet bestimmt gewesen.

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