BND-Chef Uhrlau wegen Auslandsaktivitäten unter Druck

Berlin (Reuters) - Der Chef des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau, gerät wegen mehrerer umstrittener Auslandsaktivitäten seines Geheimdienstes unter Druck.

Die Einsätze im Kosovo und in Afghanistan hätten kommende Woche im Parlamentarischen Kontrollausschuss ein Nachspiel, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, der FDP-Politiker Max Stadler am Montag in mehreren Interviews.

Uhrlau müsse erklären, warum im Kosovo drei BND-Agenten mehr als eine Woche unschuldig in Haft gesessen hätten. Ebenso müsse der BND-Chef sich zu Vorwürfen äußern, wonach der BND in Afghanistan ein von der Deutschen Welthungerhilfe geleitetes Büro westlicher Hilfsorganisationen ausgespäht haben soll.

Die Welthungerhilfe hatte dies dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" bestätigt. "Die Grundrechte gelten auch, wenn Deutsche sich im Ausland aufhalten", sagte Stadler im Radiosender NDR Info.

Im Kosovo habe das Krisenmanagement der Bundesregierung versagt, sagte Stadler. Medienberichten zufolge soll die BND-Zentrale einen verschlüsselten Notruf der Agenten zu ihrer drohenden Verhaftung mehrere Tage lang nicht beachtet haben. In den Fall sei aber nicht nur der BND, sondern auch das Kanzleramt und das Auswärtige Amt verwickelt, sagte Stadler der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Agenten wurden verdächtigt, an einem Anschlag auf die EU-Repräsentanz in Pristina beteiligt gewesen zu sein, und saßen im November eine Woche in Untersuchungshaft.



Quelle: Reuters (8. Dezember 2008)

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Themen: Berlin , Afghanistan , Politiker , Kosovo

Erschienen 8. Dezember 2008 bei http://www.reuters.com.

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