Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen vor Einheitsfeiern in Berlin
Reuters | 2. Oktober 2009 — Berlin (Reuters) - Wegen erhöhter Terrorgefahr bei den Feiern zum Tag der Deutschen Einheit hat die Berliner Polizei ihre Sic…
Berlin (Reuters) - Das Bundeskriminalamt hat nach Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet einen Terrorverdächtigen festgenommen.
Der 24 Jahre alte Deutsch-Türke Adnan V. werde verdächtigt, die Extremistenorganisation Al-Kaida unterstützt zu haben, erklärte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe. Durch die Verbreitung von Propagandamaterial solle der 24-Jährige Mitglieder und Unterstützer angeworben haben. Außerdem stehe er im Verdacht, Material zur Herstellung von Sprengsätzen beschafft zu haben. Der Mann sei bereits am Donnerstag festgenommen worden. In Berlin wurden wegen erhöhter Terrorgefahr die Sicherheitsvorkehrungen für die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit am Brandenburger Tor verschärft.
Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Offenbach und eines Geschäftslokals in Frankfurt hätten die Ermittler unter anderem eine kleine Menge eines explosiven Gemischs sichergestellt, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Außerdem sei ein selbst hergestelltes elektronisches Gerät beschlagnahmt worden, das nach einer ersten Einschätzung als Zünder für Sprengladungen dienen könne.
Ein unmittelbarer Zusammenhang zu den in den vergangenen beiden Wochen im Internet verbreiteten Drohvideos gegen Deutschland sei bisher nicht ersichtlich, erklärte die Behörde. Der Verdächtige sollte im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden.
In Berlin wurden unterdessen die Sicherheitsmaßnahmen für das Fest am Brandenburger Tor verschärft. "Für den 3. Oktober werden aufgrund der veränderten Sicherheitslage deutlich mehr Sicherheitskräfte vor Ort sein", sagte Innensenator Ehrhart Körting "Spiegel Online". Alle Polizisten seien noch einmal angehalten worden, auf verdächtige Menschen und Fahrzeuge zu achten.
Wegen des großen Besucherandrangs mit mehreren Hunderttausend erwarteten Gästen und des Symbolwerts befürchten die Behörden dem Bericht zufolge, dass das Fest ein Anschlagsziel sein könnte. Die Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen sei nach der Auswertung mehrerer Drohvideos gegen Deutschland beschlossen worden. In einem der Filme sei das Brandenburger Tor zu sehen.
Die Polizei plane für die Hauptstadt ein ähnliches Sicherheitskonzept wie beim Oktoberfest in München. Rund um die Festmeile solle es verstärkt Personen- und Gepäckkontrollen geben, hieß es in dem Bericht weiter. Zudem solle mit Straßenabsperrungen sichergestellt werden, dass keine Autos oder Lastwagen in die Nähe der Feiern kommen könnten. Die Feuerwehr habe für den Notfall einen Katastrophenplan ausgearbeitet.
Rund um das Oktoberfest hatten die Behörden Anfang der Woche die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verstärkt. Das größte Volksfest der Welt geht am Sonntag zu Ende.
Auch die saarländischen Behörden machten sich Sorgen über die Sicherheit bei der offiziellen Feier des Jahrestags in Saarbrücken. Sie hätten daher mehrere Polizei-Hundertschaften aus anderen Bundesländern zur Unterstützung angefordert, berichtete "Spiegel Online". An der zentralen Einheitsfeier in Saarbrücken nehmen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Horst Köhler und andere Spitzenvertreter aus Politik und Gesellschaft teil.
Erschienen 2. Oktober 2009 bei http://www.reuters.com.
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