Fritjof Haft: Anleitung zur Visualisierung bei Fritjof Haft
Recht anschaulich | 19. Juli 2009 — Wenn man nach Anleitungen zur Visualisierung von Rechtsthemen sucht, lohnt es sich immer wieder, bei Friedjof Haft, Einführung …
Da hatte ich auf ein hilfreiches Buch gehofft, leider aber ein für »Recht anschaulich« überflüssiges gefunden: Bergedick, Alexandra; Rohr, Dirk Wegener Anja (2011): Visualisierung in der Weiterbildung. Visualisieren in der Weiterbildung. Bielefeld: Bertelsmann, W. 24,90 EUR. 1 Immerhin: Das Buch ist mit 133 Seiten kurz, dazu locker gesetzt und der Text mit 34 Illustrationen durchbrochen, so dass ich es auf einer Bahnfahrt zwischen Hannover und Lübeck durchlesen konnte. In der Einleitung wird der Leser auf eine konstruktivistische Didaktik eingestimmt. Das zweite Kapitel befasst sich mit psychologischen Grundlagen des Lehrens und Lernens. Wir erfahren, dass man 71 unterschiedliche Lernstile identifiziert habe, aber dass man damit nichts anfangen könne. Die Verfasser sympathisieren mit einer Reduzierung dieser Auswahl auf vier Lerntypen (S. 18), nennen aber nur die Stichworte und ziehen die Konsequenz eines unverbindlichen didaktischen Pluralismus: »So wird bei aller Kritik am Konzept der Lerntypen und Lernstile immer wieder das Fazit gezogen, dass die beim Lehren und Lernen eingesetzten Aktivitäten, Methoden und Medien abwechslungsreich sein sollten, dass sie verschiedene Sinne einbeziehen sollten und eine bewusste Abstimmung zwischen Lehrenden und Lernenden erfolgen sollte, für welches Lernziel welche die Sinne ansprechenden Lernwege geeignet sind.« (S. 19) Meine Hoffnungen hatte ich auf das Kapitel 3 gesetzte (»Von der Idee zum Bild«). Wie das funktioniert, ist S. 25 unten zu lesen: »Der Lehrende hat eine Idee → er oder sie entwirft ein Bild → dieses Bild wiederum wird zu einer Idee der Lernenden. « Die Aufnahme dieses schwierigen Gedankens wird S. 26 mit einem gehaltvollen Bild erleichtert: »Um dem Konstruktivismus Rechnung zu tragen«, wird S. 38 f. ein Lernmodell vorgestellt, um zu verdeutlichen, »dass Lernen – neben dem Erlenen von Wissen – idealtypischer Weise vier Facetten aufweist, die alle durch Visualisierungen unterstützt werden: 1. eigenverantwortliches Lernen … 2. kooperatives Lehren und Lernen … problembasiertes, forschendes Lernen … 4. reflexives Lernen.« Auch hier wird das Verständnis des Lesers mit einer Illustration gestützt: Dazwischen findet sich S. 26 doch eine interessante Visualisierungsmaxime. Bilder sollen »angemessen ungewöhnlich« sein. Sie sollen also in Maßen etwas Ungewöhnliches oder Überraschendes zeigen. Das scheint mir jedenfalls für ikonische Bilder plausibel zu sein. Ein Beispiel gibt es dafür allerdings nicht. Überhaupt fehlt es an auch nur einem einzigen Beispiel, wie ein konkreter Lerninhalt visuell umgesetzt werden könnte. In der konstruktivistischen Didaktik dienen die Bilder anscheinend nicht zur Wissensvermittlung, sondern zur Anregung von irgendwelchen Aktivitäten auf Seiten der Betrachter oder zur Stimulation von Assoziationen. Kapitel 4 über »Visualisierung in der Praxis« füllt zwei Drittel des Buches. Es beginnt mit einem Abschnitt über Gestaltungs…
» Vollständiger ArtikelErschienen 30. September 2011 auf http://recht-anschaulich.lookingintomedia.com.
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