Big Brother Awards 2006: Beleidigte Preisträger
am 01.11.2006 von http://www.aktenvermerk.at
Niemand bekommt gerne einen, und abgeholt wird er in der Regel schon gar nicht: Die Rede ist von Negativpreisen wie dem Big Brother Award. Manchmal, vor allem bei größeren Unternehmen oder staatlichen Stellen, lässt man sich aber zu einer Stellungnahme herab. Wortreich argumentiert dann die PR-Abteilung in einer Presseaussendung, warum man den Preis nicht verdient habe. Erfahrene Spin-Doktoren lassen dabei den Hinweis einfließen, dass man den Preis bzw die Nominierung dennoch “ernst nehme”, und in Zukunft verstärkt versuchen werden, die Bedenken der Jury zu zerstreuen. Auch wenn sich in praxi selten etwas ändert, hat der Big Brother Award seinen Zweck, der ja vor allem darin besteht, aus Sicht der Jury unerwünschte Entwicklungen aufzuzeigen, zum Gesprächsthema zu machen, im Idealfall öffentliches Bewusstsein zu schaffen bzw negativen Trends entgegenzusteuern, erfüllt. Die meisten Preisträger ziehen es freilich vor zu schweigen; auch dies seit Boethius (Si tacuisses ...) eine akzeptable Antwort.
Nicht so der diesjährige Gewinner der Kategorie Behörden und Verwaltung, die HAK Grazbachgasse. Schon im Vorfeld hat der Direktor dieser “innovativen und leistungsorientierten Schule, die als UNESCO-Schule ... ganz besonderen Wert auf die Persönlichkeitsbildung der uns anvertrauten jungen Menschen im Lichte von Toleranz und Menschenwürde legt”, Dr. Wilding, in einer Reaktion seiner Überzeugung Ausdruck verliehen, dass man die “Aufnahmekriterien für eine Nominierung” nicht erfülle:
Möglicherweise wurden Sie diesmal an eine falsche Adresse geleitet. Hier, an unserer Schule, sind die Bürgerrechte intakt. Ich nehme Ihre Besorgnis jedoch sehr ernst. Ich hoffe, mit diesen Informationen Missverständnisse über das Projekt ausgeräumt zu haben und lade Sie …
OLG Wien bestätigt: Big Brother Award zu Recht verliehen
Aktenvermerk / Vielleicht etwas reisserisch, und natürlich kann ein Gericht die Rechtmäßigkeit eines solchen Awards inhaltlich nicht beurteilen. Was war also? Die Big Brother Awards 2006 (Offenlegung: ich war Mitglied der Jury, ganz rechts, eher un…
BBA 2005: Die Nominierungen
Aktenvermerk / Nun stehen die Nominierungen für den Big Brother Award 2005 fest. Lauter verdiente Preisträger ... Ich werde hier weiter berichten, sobald sich die PR-Abteilungen der Nominierten geäußert haben Der Positivpreis “Defensor…
Schutzbehauptung
Juristisches bei unfehlbar.net / Das Wort “Schutzbehauptung” gehört wohl zu den albernsten Auswüchsen der Gerichtssprache. Beispiel gefällig? “Der Vortrag des Klägers ist lebensfremd und muss daher als Schutzbehauptung gewertet werden.” (…
Datenschutz: Big Brother Awards 2004
Kanzlei Dr. Bahr: Recht der Neuen Medien / Die Big Brother Awards 2004 wurden verliehen. Der Preis wurde ins Leben gerufen, um die öffentliche Diskussion um Privatsphäre und Datenschutz zu fördern. Er soll missbräuchlichen Umgang mit Technik und Informationen aufzeigen. Seit 1998 wird er…
Lehramtsanwärterinnen mit Kopftuch in NRW
staatsrecht.info / Bei JurBlog findet sich eine kleine Anfrage (NRW-LT-Drs. 14/1047) zum Thema “Lehramtsanwärterinnen mit Kopftuch” und die Antwort der norrdhein-westfälischen Ministerin für Schule und Weiterbildung. Zur rechtlichen Wertung will ich mich…
Striptease-Wettbewerb an dänischer Schule - Lehrer in der Jury
strafblog / Dass sich Straftäter und Verkehrssünder selbst überführt haben, indem sie Videos ihrer Taten bei YouTube ins Internet eingestellt haben, ist schon mehrfach vorgekommen. Eine besondere Art des selbstschädigenden Exhibitionismus könnte man das ne…
