BGH: XtraPac - Die Werbung für den Verkauf eines Mobiltelefons zusammen mit einer Prepaid-Card einschließlich eines Startguthabens, muss außer dem Paketpreis für Mobiltelefon und Prepaid-Card nicht auch die Tarife für die weitere Nutzung der Prepaid-Card

1. Die Anforderungen von § 1 PAngV bestehen nur im Hinblick auf die unmittelbar angebotenen oder beworbenen Produkte. Sie gelten nicht für andere Produkte, die lediglich im Falle der Verwendung der angebotenen Produkte benötigt werden. Der Anbieter oder Werbende ist nach der Preisangabenverordnung daher nicht zur Angabe der Preise solcher weiteren erforderlichen Produkte verpflichtet, auch wenn er diese selbst anbietet und daher indirekt mitbewirbt (vgl. BGH, Urteil vom 20.12.2007 - Az. I ZR 51/05, MIR 2008, Dok. 184 - Werbung für Telefondienstleistungen). 2. Wird der Verkauf eines Mobiltelefons zusammen mit einer Prepaid-Card einschließlich eines festen Startguthabens beworben, so besteht keine Verpflichtung, außer dem Paketpreis für Mobiltelefon und Prepaid-Card auch die Tarife für die Nutzung der Card anzugeben. Ist das Mobiltelefon mit einem SIM-Lock verriegelt, so ist auf die Dauer der Verriegelung und die Kosten einer vorzeitigen Freischaltung hinzuweisen. 3. Das Gebot der Preisklarheit und Preiswahrheit (§ 1 Abs. 6 PAngV) fordert keine Angaben in Bezug auf künftige, möglicherweise in Betracht kommenden Folgegeschäfte. 4. In der Werbung für ein Mobiltelefon nebst Prepaid-Karte mit einem Startguthaben müssen nicht die Verbindungsentgelte für die Nutzung des Prepaid-Tarifs bei Verbrauch des Guthabens angegeben werden. Die Konstellation im Fall einer Prepaid-Karte ist insoweit nicht mit der Werbung für ein Mobiltelefon mit einem (Laufzeit-) Netzkartenvertrag vergleichbar. Bei einer Prepaid-Karte kann der Kunde nach Verbrauch eines enthaltenen …

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Themen: Mobiltelefon

Erschienen 9. Juni 2009 auf http://www.medien-internet-und-recht.de.

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