BGH: Eine Wiederholungsgefahr ist zu verneinen, wenn der Wettbewerbsverstoß mit einer Gesetzesänderung sofort abgestellt wird

BGH, Urteil vom 03.12.2009, Az. III ZR 73/09 §§ 3; 4 Nr. 11; § 312d Abs. 3 Nr. 2 BGB

Der BGH hatte über die Auslegung des Wortlauts von § 312d Abs. 3 Nr. 2 BGB “Das Widerrufsrecht erlischt bei einer Dienstleistung auch in folgenden Fällen: … bei einer sonstigen Dienstleistung, wenn der Unternehmer mit der Ausführung der Dienstleistung mit ausdrücklicher Zustimmung des Verbrauchers vor Ende der Widerrufsfrist begonnen hat oder der Verbraucher diese selbst veranlasst.” zu entscheiden. Ein klagender Verbraucherschutzverein hatte die Meinung vertreten, diese Vorschrift sei bei teleologischer Auslegung dahingehend zu reduzieren, dass der Ausschluss des Widerrufsrechts uneingeschränkt nur für unteilbare Dienstleistungen bestehe.

Im Laufe des Revisionsverfahrens ist § 312d Abs. 3 BGB mit Wirkung vom 04.08.2009 durch das Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei besonderen Vertriebsformen vom 29.07.2009 (BGBl. I S. 2413) neu gefasst worden. Nach der Novellierung erlischt das Widerrufsrecht bei einer Dienstleistung dann, wenn der Vertrag von beiden Seiten auf ausdrücklichen Wunsch des Verbrauchers vollständig erfüllt ist, bevor der Verbraucher sein Widerrufsrecht ausgeübt hat.

Sollte die Beklagte die im Internet verwendete Information ihrer Kunden über das Widerrufsrecht umgehend nach…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Urteil , Bgh , Gesetzesänderung , Wettbewerbsverstoß , Urteile & Beschlüsse , Wiederholungsgefahr
Rechtsgebiet: Wettbewerbsrecht

Erschienen 9. Februar 2010 auf http://damm-legal.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

§ 312d Abs. 3 BGB anwendbar auf virtuelle Items?

Dr. Behrmann & Härtel | 16. Februar 2010 — Am 04. August 2009 ist das Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei beson…

Neuregelung zum Erlöschen des Widerrufsrechts bei Dienstleistungen ab heute in Kraft

Internetrecht München | 4. August 2009 — Im Rahmen eines neuen Gesetzes zum Verbraucherschutz, das u.a. die Zulässigkeit von Telefonwerbung neu regelt, wird auch das …

Änderungen im Widerrufsrecht

Kurz Pfitzer Wolf | 10. August 2009 — Neben den auch in der Öffentlichkeit vielfach beachteten Änderungen zur Telefonwerbung, enthält das Gesetz zur Bekämpfung unerl…

Ende der Internet-Abofallen?

MCNeubert lawblog | 26. März 2009 — Der Bundestag hat heute über einen Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung de…

Neues zum Widerrufsrecht bei Dienstleistungen!

BLOG | MEIN-RECHT-IM-NETZ.DE | 5. August 2009 — Mit dem heutigen Tage, dem 04.08.2009 ist das Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verb…

Neuregelung zum Widerrufsrecht

MCNeubert lawblog | 4. August 2009 — Das Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei besonderen Vertriebsforme…

Ausschluss Widerrufsrecht Internet: AG Montabaur: Ausschluss des Widerrufsrechts nach Freischaltung des DSL-Anschlusses - Der Ausschluss des Widerrufsrecht gemäß § 31…

MEDIEN INTERNET und RECHT | 21. September 2008 — 1. Nach § 312d Abs. 3 Nr. 2 BGB erlischt das Verbraucherwiderrufsrecht bei einer Dienstleistung vorzeitig, wenn der Unternehmer mi…

Gesetzesänderungen: Ab dem 04.08.2009 ändert sich die Widerrufsbelehrung für Internetangebote von Dienstleistungen

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 4. August 2009 — Mit Verkündung im Bundesgesetzblatt (Bundesgesetzblatt 2009 Teil I, Nr. 49, S. 2413 ff.) tritt am heute das Gesetz zur Bekämp…

Bieten Sie Dienstleistungen über das Internet an? Achtung! Ändern Sie Ihre Widerrufsbelehrung!

kLAWtext | 3. August 2009 — Das "Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei besonderen Vertriebsformen"…

Widerrufsrecht Internet: Abmahnungen drohen: Widerrufsrecht bei Dienstleistungen im Internet geändert!

Rheinrecht | 2. September 2009 — Eine weitgehend noch unbekannte Änderung des § 312d BGB birgt das Risiko teurer Abmahnungen für Anbieter von Dienstleistungen…