BGH: Kannibalen-Spielfilm erlaubt
IP|Notiz | 31. Mai 2009 — Der Kläger ist durch Presseberichte über seine Tat als “Kannibale von Rotenburg” bekannt und rechtskräftig wegen Mordes zu eine…
BGH, Urteil vom 26. Mai 2009 - VI ZR 191/08 - Der Kläger ist durch Presseberichte über seine Tat als “Kannibale von Rotenburg” bekannt und rechtskräftig wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte im März 2001 einen Menschen getötet, den Körper ausgenommen, zerlegt, eingefroren und in der Folgezeit teilweise verzehrt. Die Beklagte hat auf der Grundlage der Tat einen als “Real-Horrorfilm” beworbenen Spielfilm mit dem Titel “Rohtenburg” produziert. Lebensgeschichte und Persönlichkeitsmerkmale der Hauptfigur des Films sowie die Darstellung des Tathergangs entsprechen nahezu detailgenau dem realen Geschehensablauf und der tatsächlichen Biographie des Klägers, der seinerseits mit einer Produktionsgesellschaft einen Vertrag über die “umfassende, exklusive und weltweite Verwertung” seiner Lebensgeschichte geschlossen hat.
Der Kläger begehrt Unterlassung der Vorführung und Verwertung des Films. Seine Klage hatte in beiden Vorinstanzen Erfolg.
Auf die Revision der Beklagten hat der u. a. für das allgemeine Persönlichkeitsrecht zuständige VI. Zivilsenat das Berufungsurteil aufgehoben und die Klage abgewiesen. Zwar könne der Film den Kläger als Person erheblich belasten, weil er die Tat auf stark emotionalisierende Weise erneut in Erinnerung rufe. Als Ergebnis der gebotenen Abwägung zwischen den Rechten des Klägers und der zugunsten der Beklagten streitenden Kunst- und Filmfreiheit müsse das Persönlichkeitsrecht des Klägers jedoch zurückstehen. Auch bestehe an der Tat ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit. Der Spielfilm enthalte keine Verfremdungen oder Entstellungen und stelle den Achtungsanspruch des Klägers als Mensch nicht in Frage. Zwar berührten die …
» Vollständiger ArtikelErschienen 28. Mai 2009 auf http://www.jur-blog.de.
IP|Notiz | 31. Mai 2009 — Der Kläger ist durch Presseberichte über seine Tat als “Kannibale von Rotenburg” bekannt und rechtskräftig wegen Mordes zu eine…
Rechtslupe | 26. Mai 2009 — Der Spielfilm über “Kannibalen von Rotenburg” darf nach einem heute verkündeten Urteil des Bundesgerichtshofs gezeigt werden. …
BeRechTnend | 16. Juni 2009 — Wir erinnern uns, Armin Meiwes mittlerweile rechtskräftig zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt, …
DPMS INFO | 27. Mai 2009 — Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich vermutlich das erste Mal mit einem Snuff-Film befassen müssen. Hintergrund der Revision …
examensrelevant.de | 27. Mai 2009 — Der BGH musste sich mit dem "Kannibalen von Rotenburg" beschäftigen Der BGH (Urteil vom 26. Mai 2009 – VI ZR 191/08) hat en…
§§ Jur-Blog.de §§ | 14. Mai 2009 — BGH: Beschluss vom 21. April 2009 - 1 StR 105/09 - Das Landgericht München I hat den Angeklagten am 15. Dezember 2008 wegen f…
§§ Jur-Blog.de §§ | 20. Juni 2009 — BVerfG, Beschluss vom 17.06.2009 – 1 BvQ 26/09 – Nunmehr ist auch vor dem Verfassungsgericht die Verfassungsbeschwerde des so g…
§§ Jur-Blog.de §§ | 11. Mai 2009 — BGH, Urteil vom 30. April 2009, Az. I ZR 191/05 - Elektronischer Zolltarif - Der u. a. für das Urheberrecht zuständige I. Zivil…
§§ Jur-Blog.de §§ | 26. Juli 2008 — OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 17.6.2008, Aktenzeichen 14 U 146/07 - Die Verfilmung des Falls des Kannibalen von Rotenburg v…
IT-Recht Blog | 24. August 2008 — Letztens berichtete ich bereits darüber, dass der Film “Hostel 2 - Extended Version” wegen extremer Gewaltdarstellung gem. §1…