BGH: Sicherungsverwahren nach Unterbringung im psychiatrischen Krankenhaus
am 29.11.2007 von http://www.sokolowski.org/blog/
Nach dem Urteil des BGH vom 28.8.2007 in dem Verfahren kann die Erledungserklärung der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus(§ 67d Abs. 6 StGB) regelmäßig nur dann Grundlage nachträglicher Sicherungsverwahrung (§ 66b Abs. 3 StGB) sein, wenn der Betroffene andernfalls in die Freiheit zu entlassen wäre. Hat er dagegen im Anschluss an die Erledigung noch Freiheitsstrafe zu verbüßen, auf die zugleich mit der Unterbringung erkannt worden war, kann nachträgliche Sicherungsverwahrung regelmäßig nur unter den Voraussetzungen von § 66b Abs. 1 StGB oder § 66b Abs. 2 StGB angeordnet werden.
Seine Entscheidung begründet der Bundesgerichtshof wie folgt:
Gründe:
Das Landgericht hat es abgelehnt, gegen den Betroffenen gemäß § 66b Abs. 3 StGB nachträglich Sicherungsverwahrung anzuordnen. Die hiergegen gerichtete auf die Sachrüge gestützte Revision der Staatsanwaltschaft bleibt erfolglos.
1
I.
1. Folgender Verfahrensgang war vorausgegangen:
2
Der wiederholt und auch einschlägig vorbestrafte Betroffene war am 3. Juli 1997 wegen näher geschilderten sexuellen Missbrauchs eines acht Jahre alten Jungen in 13 Fällen - Gewalt hatte hierbei nie eine Rolle gespielt - zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten (Einzelstrafen je sechs Monate) verurteilt worden; zugleich war er gemäß § 63 StGB in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden. Sachverständig beratenhatte das Gericht erheblich verminderte Schuldfähigkeit (§ 21 StGB) wegen “einer hirnorganischen Leistungsbeeinträchtigung bzw. einer organischen Persönlichkeitsstörung” und wegen Pädophilie bejaht.
4
Der Betroffene befand sich - mit einer Unterbrechung - im psychiatrischen Maßregelvollzug, bis die Strafvollstreckungskammer am 21. Dezember 2005 die Maßregel “in entsprechender Anwendung von § 67c Abs. 2 Satz 5 StGB” für erledigt erklärte, da ein die Unterbringung gemäß § 63 …
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