BGH Rechtsprechungsübersicht
Wettbewerbsrecht
Stellt der Verkäufer eines Gebrauchtfahrzeugs sein Angebot auf einer Internethandelsplattform in eine Suchrubrik mit einer geringeren
als der tatsächlichen Laufleistung des Pkw ein, so handelt es sich dabei grundsätzlich um eine unwahre Angabe im Sinne von § 5 Abs. 1
UWG über das angebotene Fahrzeug. Zur Irreführung des Publikums ist die unzutreffende Einordnung aber nicht geeignet, wenn diese für
einen durchschnittlich informierten und verständigen Leser bereits aus der Überschrift der Anzeige ohne weiteres hervorgeht, so dass
das angesprochene Publikum nicht getäuscht wird. (LS des BGH) BGH – I ZR 42/10 (Falsche Suchrubrik)
Zur Entscheidung I ZR 42/10
Familienrecht
Zur Vertretung des minderjährigen Kindes im Kindschaftsverfahren (LS des BGH) BGH – XII ZB 489/11
Zur Entscheidung XII ZB 489/11
Schadensersatzrecht
Das Transfusionsgesetz gilt nicht für Injektionen eines homöopathischen Eigenblutprodukts. BGH – VI ZR 336/10
Zur Entscheidung VI ZR 336/10
Insolvenzrecht
Entrichtet eine GmbH nach drohender Zahlungsunfähigkeit die Prämien für eine Direktversicherung ihres Geschäftsführers weiter, auf
welche dieser nach seinem Anstellungsvertrag Anspruch hat, so benachteiligt dies im Regelfall trotz der als Gegenleistung erhaltenen
Dienste die Gläubiger der Gesellschaft und kann bei entsprechendem Vorsatz gegenüber dem Geschäftsführer angefochten werden. (LS des
BGH) BGH – IX ZR 95/11
Zur Entscheidung IX ZR 95/11
Der Insolvenzverwalter oder Treuhänder muss die in die Insolvenzmasse fallende Kapitallebensversicherung kündigen, wenn er den
Rückkaufswert für die Masse beanspruchen will. Der Insolvenzverwalter oder Treuhänder kann die Kapitallebensversicherung kündigen, auch
wenn der Schuldner mit dem Versicherer nach § 165 Abs. 3 Satz 1 VVG aF den Ausschluss des Kündigungsrechts vereinbart hat, wenn die
Lebensversicherung pfändbar ist und in die Insolvenzmasse fällt. (LSe des BGH) BGH – IX ZR 79/11
Zur Entscheidung IX ZR 79/11
Erhebt der Schuldner gegen die Einziehung eines wiederkehrenden Sozialversicherungsbeitrags innerhalb einer Überlegungsfrist von
vierzehn Tagen ab Zugang des Kontoauszugs, der die Abbuchung ausweist, keine Einwendungen, kann die Zahlstelle davon ausgehen, dass
die Lastschrift genehmigt ist. (LS des BGH) BGH – IX ZR 58/11
Zur Entscheidung IX ZR 58/11
Zieht das Finanzamt in Fällen einer umsatzsteuerrechtlichen Organschaft der Steuerschuld des Organträgers entsprechende Beträge
aufgrund einer Lastschriftermächtigung vom Konto der Organgesellschaft ein, so macht es den steuerrechtlichen Haftungsanspruch aus §
73 AO gegen die Organgesellschaft geltend. Gerät diese in Insolvenz, erlangt das Finanzamt die Zahlung als deren Insolvenzgläubiger.
Erbringt der Schuldner einer noch nicht durchsetzbaren steuerrech…
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