BGH: PKH auch für Unternehmer wenn für die Prozessführung kein Kredit aufgenommen und bedient werden kann
am 06.02.2007 von InsoBlog.de
Ein Bauunternehmer hat für seine Werklohnforderung PKH beantragt. Das Landgericht Gera hat den Antrag zurückgewiesen, die sofortige Beschwerde beim OLG Jena hatte keinen Erfolg:
Die Prozesskostenhilfe sei eine staatliche Fürsorgeleistung, die nicht dazu diene, auf Kosten der Allgemeinheit die erfolglose wirtschaftliche Betätigung Einzelner zu subventionieren. Aus der von der Klägerin vorgelegten Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2004 ergebe sich, dass die Klägerin über ausreichende wirtschaftliche Bewegungsfreiheit verfüge, um die Prozesskosten aus einer erweiterten Kreditaufnahme zu bestreiten. Bei einer am Wirtschaftsleben teilnehmenden Person, die auch bei ordnungsgemäßem und erfolgreichem Geschäftsgang Verbindlichkeiten eingehe, die die zu tragenden Prozesskosten um ein Vielfaches überstiegen, bestünden regelmäßig keine Bedenken gegen die Zumutbarkeit einer Kreditaufnahme.
Der BGH stimmt dem zu. Allerdings mit der Klarstellung, dass PKH auch für Gewerbetreibende möglich ist:
Der Gewerbetreibende darf bei der Prüfung der Frage, ob er in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten, nicht deswegen strengeren Anforderungen unterworfen werden, weil die Kosten des Rechtsstreits Betriebskosten seines Unternehmens sind. Grundsätzlich muss auch dem gewerblich Tätigen in gleicher Weise wie dem Privatmann ermöglicht werden, seine Rechte gerichtlich zu verfolgen, wenn die Situation des Unternehmens die Finanzierung des Prozesses nicht zulässt, soweit § 116 Abs. 1 Nr. 2 ZPO nicht eingreift.
[…]
Da ein Unternehmer regelmäßig sowohl im Rahmen des laufenden Geschäftsgangs als auch zur …
BGH: Insolvenzreife und Kreditunwürdigkeit
Law & Lifestyle / Insolvenzreife einerseits und Kredit- bzw. Überlassungsunwürdigkeit andererseits sind eigenständige, in ihren Anwendungsvoraussetzungen voneinander unabhängige Tatbestände der Krise im Sinne des Eigenkapitalersatzrechts. Der Volltext ist unter B…
PKH für Gewerbebetriebe
juragebirge.de / Wie oft kommt es vor, dass Bauunternehmer einfach nicht das nötige Kleingeld haben, um sich die gerichtliche Geltendmachung ihrer Werklohnforderungen leisten zu können? Wie oft entgehen zahlungsunwillige Bauherren so ihrer Zahlungsverpflichtung und…
BGH: Abmahnkostenersatz - Möchte ein Unternehmen einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch geltend machen und beauftragt dafür einen Rechtsanwalt mit der Abmahnung, kann es grundsätzlich die dadurch entstehenden Kosten auch dann vom Verl
MEDIEN INTERNET und RECHT / 1. Möchte ein Unternehmen einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch geltend machen und beauftragt es deswegen einen Rechtsanwalt mit der Abmahnung, kann es grundsätzlich die dadurch entstehenden Kosten auch dann vom Verletzer ersetzt ver…
Kosten eines Schiedsgutachten
Blickpunkt Recht & Steuern / Die Aufwendungen für ein vereinbarungsgemäß eingeholtes Schiedsgutachten sind im nachfolgenden Rechtsstreit nach Ansicht des Bundesgerichtshofs grundsätzlich nicht als Prozesskosten erstattungsfähig. Die Kosten eines Schiedsgutachtens gehören…
BGH: In eigener Sache... - Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen die Erstattung von Anwaltskosten für eine Abmahnung außerhalb des Wettbewerbsrechts (hier: unerbetene Telefonwerbung) verlangt werden kann.
MEDIEN INTERNET und RECHT / 1. Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen die Erstattung von Anwaltskosten für eine Abmahnung außerhalb des Wettbewerbsrechts (hier: unerbetene Telefonwerbung) verlangt werden kann. 2. Zwar gehören zu den bei einer Schädigung gemäß §§ 8…
Falk 72: Landgericht Bonn verurteilt Sparkasse Mittelmosel zur Rückabwicklung
KAPITAL-RECHTINFO / Nach einem von der KANZLEI GÖDDECKE Anfang August erstrittenen Urteil muss die Sparkasse-Mittelmosel ein zur Finanzierung des Falk Fonds 72 gegebenes Darlehen ausbuchen. Weiterhin erhält der geschädigte Anleger rund 7.000,00 an bisher erbrach…
AG Charlottenburg: Geschäftsgebühr nach Nr. 2400 VV RVG gehört nicht zu den Prozesskosten
Vertretbar Weblawg / AG Charlottenburg, Beschluss v. 28.02.2006 - Az: 232 C 158/05 - Geschäftsgebühr nach Nr. 2400 VV RVG gehört nicht zu den Prozesskosten (redaktioneller Leitsatz): Die Geschäftsgebühr gemäß Nr. 2400 VV RVG entsteht im vorgerichtlichen Verfahre…
