BGH, I ZR 19/09 – Destructive Emotions: Angemessene Vergütung des Übersetzer eines belletristischen Werkes oder Sachbuches
BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 – I ZR 19/09 – Destructive Emotions
UrhG § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2
Amtliche Leitsätze:
a) Der hält daran fest, dass der Übersetzer eines
belletristischen Werkes oder Sachbuches, dem für die zeitlich unbeschränkte und inhaltlich umfassende Einräumung sämtlicher
Nutzungsrechte an seiner Übersetzung lediglich ein für sich genommen übliches und angemessenes Seitenhonorar als Garantiehonorar
zugesagt ist, gemäß § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2 UrhG eine zusätzliche Vergütung beanspruchen kann, die bei gebundenen Büchern
0,8% und bei Taschenbüchern 0,4% des Nettoladenverkaufspreises beträgt und jeweils ab dem 5.000sten Exemplar zu zahlen ist und dass
besondere Umstände es als angemessen erscheinen lassen können, diese Vergütungssätze zu erhöhen oder zu verringern (Bestätigung von
BGH, Urteil vom 7. Oktober 2009 – I ZR 38/07, BGHZ 182, 337 – Talking to Addison).
Bei einer Erstverwertung als Hardcover-Ausgabe und einer Zweitverwertung als Taschenbuchausgabe ist die zusätzliche Vergütung jeweils
erst ab dem 5.000sten verkauften Exemplar der jeweiligen Ausgabe zu zahlen.
Nur ein Seitenhonorar, das außerhalb der Bandbreite von im Einzelfall üblichen und angemessenen Seitenhonoraren liegt, kann eine
Erhöhung oder Verringerung der zusätzlichen Vergütung rechtfertigen.
b) Darüber hinaus kann ein solcher Übersetzer gemäß § 32 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2 Satz 2 UrhG eine angemessene Beteiligung an Erlösen
beanspruchen, die der Verlag dadurch erzielt, dass er Dritten das Recht zur Nutzung des übersetzten Werkes einräumt oder überträgt.
Diese Beteiligung beträgt grundsätzlich ein Fünf…
» Vollständiger Artikel