BGH: Fehlerhafte Beratung durch den Mieterschutzverein ist dem Mieter zuzurechnen
am 26.10.2006 von JuracityBlog
Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat mit seinem Revisionsurteil vom 25.10.2006 (gerichtliches Aktenzeichen: VIII ZR 102/06) der Räumungsklage eines Vermieters stattgegeben und entschieden, dass der klagende Vermieter das Mietverhältnis ordentlich kündigen könne, wenn der Mieter unberechtigt Betriebskostenvorauszahlungen von mehr als zwei Monatsmieten einbehalten habe und dies auf einer fahrlässigen Falschberatung des Mieterschutzvereins beruhe.
Die beklagten Mieter leisteten für fast ein Jahr keine Betriebskostenvorauszahlung an die Vermieterin, obwohl die monatliche Vorauszahlung in dem Mietvertrag vereinbart war. Der Einbehalt der Vorauszahlung erfolgte auf eine Empfehlung des Mieterschutzvereins, da die Vermieterin den Mietern keine Fotokopien der Rechnungsbelege zu den Betriebskostenabrechnungen der letzten Jahre überlassen hatte. Zum damaligen Zeitpunkt wurde die Frage, ob die Vermieterin einer nicht preisgebundenen Wohnung eine Pflicht zur Überlassung von Fotokopien der Rechnungsbelege der Betriebskostenabrechnungen hat, in der Rechtsprechnung unterschiedlich beurteilt.
Nachdem der einbehaltene Betrag auf mehr als zwei Monatsmieten angestiegen war, kündigte die Vermieterin das Mietverhältnis und verlangte die Räumung und Herausgabe der Wohnung. Während das Amtsgericht Herne-Wanne der Räumungsklage stattgegeben hat, wurde die Klage auf die Berufung der beklagten Mieter vom Landgericht Bochum abgewiesen. Der BGH hat nunmehr das Urteil des LG Bochum aufgehoben und der Klage insgesamt stattgegeben.
Der VIII. Zivilsenat hat der klagenden Vermieterin ein Kündigungsrecht eingeräumt und die Räumungsklage als begründet angesehen, da die Mieter ihre vertraglichen Verpflichtungen verletzt haben. Der Einbehalt der Betriebskostenvorauszahlung stelle eine nicht unerhebliche Vertragsverletzung dar, die zum Ausspruch einer ordentlichen Kündigung nach § 573 BGB berechtige.
Ein Recht zum Einbehalt der Vorauzahlungen habe nicht bestanden, da dem Mieter eines preisfreien Wohnraums nach einem Urteil …
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