Körperverletzung mit Todesfolge durch Zitronensaft?
Bella & Ratzka Rechtsanwälte | 28. Dezember 2010 — Der Bundesgerichtshof hat (Urteil v. 22.12.2010, Az.: 3 StR 239/10) ein Urteil des Landgerichts Mönchengladbach aufgehoben, mit…
Die seltsamen Methoden des früheren Eigentümers, Geschäftsführers und zugleich Chefarztes der Chirurgischen Abteilung eines Krankenhauses, welcher Zitronensaft als ein geeignetes Mittel zur Behandlung schwerwiegender Wundheilungsstörungen einsetzte, sind Gegenstand eines Verfahrens des BGH [Az: 3 StR 239/10, Vorinstanz LG Mönchengladbach - Urteil vom 15. Januar 2010 - 27 Ks 2/10], für welches am 22. Dezember 2010 Verkündungstermin terminiert ist. Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB) zu der Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt und deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt. Nach den Urteilsfeststellungen hat der Angeklagte zusätzlich zur Antibiotikagabe in die in Folge einer Darmoperation entzündete Operationswunde einer 80-jährigen Patientin in Zitronensaft getränkte Streifen eingelegt und später die Wunde zusätzlich mit einer mit Zitronensaft aufgezogenen Spritze ausgespült. Der Saft war zuvor durch Auspressen einer handelsüblichen Zitrone unter unsterilen Bedingungen in der Stationsküche gewonnen worden. Der Angeklagte war dabei der Überzeugung, Zitronensaft sei ein geeignetes Mittel zur Behandlung schwerwiegender Wundheilungsstörungen. Trotz verschiedener Behandlungen verschlechterten sich die Wundverhältnisse dramatisch; die Patientin verstarb schließlich an septischem Herz-Kreislauf-Versagen. Dass die Einbringung des Zitronensaftes in die O…
» Vollständiger ArtikelErschienen 20. Dezember 2010 auf http://jusatpublicum.wordpress.com.
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