BGH zur beschreibende (Marken-)Benutzung am Beispiel VW

§ 23 Nr. 3 MarkenG ist die Vorschrift im Markengesetz, die es Unternehmern gestattet, die Marke oder die geschäftliche Bezeichnung eines anderen Unternehmers als Hinweis auf die Bestimmung seiner Ware, insbesondere als Zubehör oder Ersatzteil, oder einer Dienstleistung zu benutzen, soweit die Benutzung dafür notwendig ist und nicht gegen die guten Sitten verstößt, sog. Ersatzteilgeschäft. Damit stellt die Rechtsordnung sicher, dass Markenhersteller Dritten nicht verbieten können in der Werbung die Marken der vertriebenen Produkte zu benutzen. Allerdings dürfen Marken nicht uferlos verwendet werden.

Der Bundesgerichtshof hat in einer aktuellen Entscheidung, welche die Nutzung der bekannten Wort-/Bildmarke von VW zum Gegenstand hatte, die Voraussetzungen für eine Nutzung im Ersatzteilgeschäft gemäß § 23 Nr. 3 MarkenG konkretisiert. Mit Urteil vom 14.04.2011 – I ZR 33/10 – hat der BGH entschieden, das grundsätzlich nur Wortmarken eine notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt, rechtfertigen können. Der BGH macht seine Entscheidung in erster Linie an der Beeinträchtigung der Funktionsweise einer Marke fest:

“Zu den Funktionen der Marke gehören neben der Hauptfunktion, derGewährleistung der Herkunft, auch ihre anderen Funktionen wie unter anderem die Gewährleistung der Qualität der mit ihr gekennzeichneten Ware oder Dienstleistung oder die Kommunikations-, Investitions- oder Werbefunktion (vgl.EuGH, Urteil vom 23. März 2010 – C-236/08 bis C-238/08, GRUR 2010, 445 Rn. 76 f. – Google France und Google; Urteil vom 8. Juli 2010 – C-558/08, GRUR 2010, 841 Rn. 29 f. – Portakabin; BGH, Urteil vom 14. Januar 2010 – I ZR 88/08, GRUR 2010, 726 Rn. 16 = WRP 2010, 1039 – Opel Blitz II).”

Folgerichtig kommt der BGH im vorliegenden Fall zu dem Ergebnis, dass die Werbefunktion einer Marke beeinträchtigt wird:

“Eine Beeinträchtigung der Werbefunktion ist gegeben, wenn durch die beanstandete Benutzung die Möglichkeit des Markeninhabers beeinträchtigt wird, die Marke als Element der Verkaufsförderung oder als Instrument der Handelsstrategie einzusetzen (vgl. EuGH, GRUR 2010, 445 Rn. 92 – Google France und Google). Versucht ein Dritter sich durch Benutzung eines mit der bekannten Marke identischen Zeichens in den Bereich der Sogwirkung der Marke zu begeben, um von ihrer Anziehungskraft, ihrem Ruf und ihrem Ansehen zu profitieren, liegt regelmäßig eine Ausnutzung der Unterscheidungskraft oder der Wertschätzung der Marke vor (vgl. zu …

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Erschienen 7. Oktober 2011 auf http://sewoma.de/berlinblawg.

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BGH zur beschreibende (Marken-)Benutzung am Beispiel VW, BGH, Urteil v. 14.04.2011 – I ZR 33/10 – “Nur Wortmarken rechtfertigen notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt”, BPatG, Beschluss v. 03.08.2011 – 26 W (pat) 116/10 – “FICKEN: unterscheidungskräftige Marke für Bier, die nicht gegenh die guten Sitten verstößt”, Trau, schau, wem!


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BGH zur beschreibende (Marken-)Benutzung am Beispiel VW, BGH, Urteil v. 14.04.2011 – I ZR 33/10 – “Nur Wortmarken rechtfertigen notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt”, EuGH, Urteil v. 16.06.2011 – C-317/10 P – “Zur Verwechslungsgefahr bei Markenserien”, OLG Frankfurt a.M., Beschluss v.


BGH, Urteil v. 14.04.2011 – I ZR 33/10 – “Nur Wortmarken rechtfertigen notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt” | Von Dennis Sevriens, Rechtsanwalt + Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz | SEWOMA® | BERL

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BGH zur beschreibende (Marken-)Benutzung am Beispiel VW, BGH, Urteil v. 14.04.2011 – I ZR 33/10 – “Nur Wortmarken rechtfertigen notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt”, KG, Beschluss v. 04.02.2011 – 19 U 109/10 – “Zur Haftung von Werbeagenturen, insb.


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BGH zur beschreibende (Marken-)Benutzung am Beispiel VW, BGH, Urteil v. 14.04.2011 – I ZR 33/10 – “Nur Wortmarken rechtfertigen notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt”, BPatG, Beschluss v. 05.08.2011 – 28 W (pat) 72/10 – “Mangels Silbervorkommen auf Sylt ist die Wortmarke unterscheidungskräftig”, EuGH, Urteil v.


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BGH zur beschreibende (Marken-)Benutzung am Beispiel VW, BGH, Urteil v. 14.04.2011 – I ZR 33/10 – “Nur Wortmarken rechtfertigen notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt”, Google haftet für anonyme Beiträge auf Blogger.com, LG Stuttgart, Urteil v. 28.07.2011 – 17 O 73/11 – “Sedo haftet für Markenverletzungen ab Kenntnis bei Vertipper-Domains”, LG Düsseldorf, Urteil v.


Unterscheidungskraft | SEWOMA® | BERLIN BLAWG

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Kennzeichnungskraft | SEWOMA® | BERLIN BLAWG

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LG Düsseldorf,Urteil v. 19.07.2006 – 2a O 32/06 – beschreibende (Marken-)Benutzung in Domainnamen | Von Dennis Sevriens, Rechtsanwalt + Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz | SEWOMA® | BERLIN BLAWG

Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden, dass für einen Markenartikelhändler keine Notwendigkeit dafür besteht, den Markennamen oder ein anderes geschütztes Zeichen in einem Domainnamen zu führen. BERLIN BLAWG berichtete bereits im Jahr 2004 über das Vorgehen der freenet AG gegen die Domain www-freenet-shop.de. Die Rechtsprechung dürfte mittlerweile als gefestigt gelten.


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BGH zur beschreibende (Marken-)Benutzung am Beispiel VW, BGH, Urteil v. 14.04.2011 – I ZR 33/10 – “Nur Wortmarken rechtfertigen notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt”, OLG Hamm, Beschluss v. 03.08.2011 – I-3U 19610 – “Meinungsfreiheit gemäß Art.


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BGH zur beschreibende (Marken-)Benutzung am Beispiel VW, BGH, Urteil v. 14.04.2011 – I ZR 33/10 – “Nur Wortmarken rechtfertigen notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt”, LG Saarbrücken, Urteil v. 22.06.2011 – 10 S 60/10 – “ Gratis-Onlinespiele ohne Altersverifikation haben ein Problem (mit den guten Sitten), wenn Zusatzleistungen über die Telefonabrechnung abgerechnet werden”, Zeitalter der industriellen Abmahnung | Abmahnanwalt über Abmahnwalt, der über Abmahnung eines Abmahnanwalts gegen anderen Abmahnanwalt berichtet, EuGH, Urteil v.


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BGH zur beschreibende (Marken-)Benutzung am Beispiel VW, BGH, Urteil v. 14.04.2011 – I ZR 33/10 – “Nur Wortmarken rechtfertigen notwendige Benutzung iSv. § 23 Nr. 3 MarkenG, die nicht gegen die guten Sitten verstößt”, OLG Frankfurt a.M., Beschluss v. 03.08.2011 – 6 W 54/11 – “Schönheit von innen: Slogan ist aufgrund wettbewerbsrechtlicher Eigenart vor Nachahmung geschützt”, KG, Beschluss v.