BGH: Aufklärungspflichten bei neuen Behandlungsmethoden und Risikoverwirklichung
am 14.06.2006 von http://strafsachen.blogspot.comPressemitteilung des BGH Nr. 89/2006 Bundesgerichtshof entscheidet über Schadensersatzklage nach Robodoc-Operation Die Klägerin verlangt von den Beklagten Schadensersatz wegen einer nach ihrer Behauptung fehlerhaft und ohne die erforderliche Aufklärung durchgeführten ärztlichen Behandlung. Im September 1995 implantierte der Beklagte zu 3 der Klägerin mit Hilfe eines computerunterstützten Fräsverfahrens (Robodoc) eine zementfreie Hüftgelenksendoprothese. Bei der Operation wurde ein Nerv der Klägerin geschädigt. Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Die vom erkennenden Senat zugelassene Revision blieb ohne Erfolg. Der unter anderem für das Arzthaftungsrecht zuständige VI. Zivilsenat hat zu den Anforderungen an den Einsatz eines medizinischen Neulandverfahrens und an die Aufklärung des Patienten hierüber Stellung genommen. Will der Arzt keine allseits anerkannte Standardmethode, sondern eine – wie im Streitfall (1995) - relativ neue und noch nicht allgemein eingeführte Methode mit neuen, noch nicht abschließend geklärten Risiken anwenden, so hat er den Patienten auch darüber aufzuklären und darauf hinzuweisen, dass unbekannte Risiken derzeit nicht auszuschließen sind. Die Anwendung neuer Verfahren ist für den medizinischen Fortschritt zwar unerlässlich. Am Patienten dürfen sie aber nur dann angewandt werden, wenn diesem zuvor unmissverständlich verdeutlicht wurde, dass die neue Methode die Möglichkeit unbekannter Risiken birgt. Der Patient muss in die Lage versetzt werden, für sich sorgfältig abzuwägen, ob er sich nach der herkömmlichen Methode mit bekannten Risiken operieren lassen möchte oder nach der neuen unter besonderer Berücksichtigung der in Aussicht gestellten Vorteile und der noch nicht in jeder Hinsicht bekannten Gefahren. Hiernach hätte es eines ausdrücklichen Hinweises auf …
BGH Vorschau: Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu Robodoc-Verfahren
Rechtblog / Die Klägerin verlangt von den Beklagten Schadensersatz wegen einer nach ihrer Auffassung fehlerhaft und ohne die erforderliche Aufklärung durchgeführten ärztlichen Behandlung. Im September 1995 implantierte der Beklagte zu 3 der Klägerin mittels…
BGH: Kein Anspruch auf Schadensersatz nach Robodoc-Operation
JuracityBlog / Der BGH entschied mit Urteil vom heutigen Tage - VI ZR 323/04 - über die Klage einer Patientin, die den beklagten Arzt nach einer Implantation eines zementfreien Hüftgelenksendoprothese mittels eines computerunterstützten Fräsverf…
Robodoc-Operation
Handakte WebLAWg / Die Klägerin verlangt von den Beklagten Schadensersatz wegen einer nach ihrer Behauptung fehlerhaft und ohne die erforderliche Aufklärung durchgeführten ärztlichen Behandlung. Im September 1995 implantierte der Beklagte (zu 3) der Klägerin mit H…
Medizinrecht: Chefarzt muss ordnungsgemäße Aufklärung der Stationsärzte überwachen
Meyer-Köring v.Danwitz Privat - Aktuelle Informationen / I. Der FallDer Chefarzt einer chirurgischen Klinik operierte die Klägerin am Darm. Nach der Operation kam es zu einer schweren Bauchfell- und Bauchspeicheldrüsenentzündung. Ein Behandlungsfehler ließ sich jedoch nicht feststellen. Die Klägerin v…
Aufklärung des Patienten vor ärztlichem Eingriff
JuracityBlog / Die aus dem Behandlungsvertrag resultierende Pflicht des Arztes, den Patienten über Inhalt und Umfang der ärztlichen Maßnahme aufzuklären, soll den Patienten in die Lage versetzen, vor der geplanten Maßnahme genau den Verlauf…
Medizinrecht: BGH: Anwendung einer Außenseitermethode
Meyer-Köring v.Danwitz Privat - Aktuelle Informationen / Leitsätze:Bei Anwendung einer Außenseitermethode ist grundsätzlich der Sorgfaltsmaßstab eines vorsichtigen Arztes entscheidend.Zum Umfang der Aufklärungspflicht des Arztes bei Anwendung einer solchen Methode.Der Fall:Die Klägerin begab sich weg…
BGH: Bundesgerichtshof entscheidet über Schadensersatzklage nach Robodoc-Operation
Rechtblog / In unserer BGH Vorschau hatten wir bereits über den Fall berichtet. Nun hat der BGH sein Urteil gesprochen. Die Klägerin ist in diesem Verfahren unterlegen. Allerdings hat der zuständige Senat des BGH zur Frage Stellung bezogen, unter welchen Vor…
Klage wegen Roboter-Operation abgewiesen
J!Blawg - Das Jura Blog aus Münster / Der Bundesgerichtshof hat die Klage einer Patientin abgewiesen, die sich durch eine robotergesteuerte Hüftoperation geschädigt fühlte. Er bestätigte damit das Urteil der vorigen Instanz, die weder einen Behandlungsfehler noch eine…
Medizinrecht: BGH: Übertragung der Risikoaufklärung an nachgeordneten Arzt
Meyer-Köring v.Danwitz Privat - Aktuelle Informationen / Der Chefarzt, der die Risikoaufklärung eines Patienten einem nachgeordneten Arzt überträgt, muss darlegen, welche organisatorischen Maßnahmen er ergriffen hat, um eine ordnungsgemäße Aufklärung sicherzustellen und zu kontrollieren. (Leitsatz d…
