BGH: Apothekerin muss Inlandspreise für Medikamente aus Budapester Ausland erheben

Medikamente, ob verschreibungspflichtig oder nicht, sind oft im Ausland günstiger. Wie ist es für deutsche Kunden möglich, Medikamente aus dem Ausland zu beziehen? Nach Plan eines Rabattmodells einer Freilassinger Apothekerin ist dies einfach. Der Prozess ist der folgende: Sie berät ihre Kunden, wird dies erwünscht. Daraufhin bestellt sie bei einer Budapester Apotheke, was benötigt wird. Deren vertriebene Medikamente wiederum stammen ursprünglich aus Deutschland, von einem Deutschen Großhändler. Was aus Budapest geliefert wird, ist günstiger und bietet einen Sparvorteil für die Kunden. Der sieht folgendermaßen aus: Ganze 22 Prozent Rabatt erhält ein Kunde für nichtverschreibungspflichtige Medikamente und 10 Prozent bei verschreibungspflichtigen. Doch ist dieses Rabattmodell auch rechtlich zulässig?

Apotheker wollten Rabattmodell einer Kollegin nicht dulden

Andere Freilassinger Apotheker waren mit den Rabatten nicht einverstanden und reichten Klage ein. Ihrer Meinung nach besteht in Hinblick auf verschreibungspflichtige Medikamente ein Verstoß gegen die arzneimittelrechtlichen Preisvorschriften. Die Kläger forderten Unterlassung und Schadensersatz und waren damit erfolgreich. Die gerichtlichen Vorinstanzen haben entschieden, dass preisgebundene verschreibungspflichtige Arzneimittel keinem Rabatt unterliegen dürfen.

Wahrt Apothekerin das Verbringungsverbot?

Doch der Bundesgerichtshof hatte noch in einem weiteren Punkt zu entscheiden. Dieser betrifft das sogenannte arzneimittelrechtliche Verbringungsverbot, § 73 des Arzneimittelgesetzes. Zulassungspflichtige Arzneimittel müssen demnach Voraussetzungen erfüllen, sollen sie nach Deutschland geliefert werden. Für den Verbraucher ist es problematisch, wenn nicht unmöglich, Medikamente aus dem Ausland zu beurteilen. Als entscheidend sieht der Gerichtshof hier aber die Vermittlerrolle der Apothekerin zwischen der Budapester Apotheke und den Endkunden. Denn es obliegt ihrer Verantwortung, die Medikamente an die Kunden weiterzugeben. Sie muss ihrem…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Deutschland , Bgh , Bundesgerichtshof , Schadensersatz , Unterlassung , Budapest , Medikamente , Verschreibungspflichtig , Rabattmodell , Arzneirechtliches Verbringungsverbot , Freilassinger Apothekerin , Inländische Apotheke , Zulassungspflichtige Arzneimittel
Rechtsgebiet: Handelsrecht

Erschienen 3. Februar 2012 auf http://www.rechtsanwalt.com/news.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Bundesgerichtshof: Entscheidet über Rabattmodell für den Arzneimittelbezug aus dem Ausland

IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 13. Januar 2012 — Der BGH hat ein von einer Freilassinger Apothekerin betriebenes Rabattmodell für Arzneimittel teilweise für unbedenklich angese…

Rabattmodell für den Arzneimittelbezug aus dem Ausland

Rechtslupe | 16. Januar 2012 — Das von einer Freilassinger Apothekerin angebotene Rabattmodell für den Arzneimittelbezug aus dem Ausland verstößt nicht gegen …

BGH: Auf Arzneimittel aus dem Ausland darf teilweise Rabatt gewährt werden

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 24. Januar 2012 — BGH, Urteil vom 12.01.2012, Az. I ZR 211/10 § 73 Abs 1 Satz 1 und 1a AMG Der BGH hat entschieden, dass die Gewährung eines …

Rabattmodelle bei Arzneimittel-Reimporten sind grundsätzlich zulässig

Lampmann, Haberkamm & Rosenbaum | 3. Februar 2012 — Die Richter des I. Zivilsenates des Bundesgerichtshofs (BGH) haben entschieden, dass Rabattmodelle zulässig sein können. Die…

BGH: Rabattgewährung bei Arzneimittelbezug aus EU-Ausland für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente zulässig

Dr. Graf | 10. Februar 2012 — Rechtsnormen: § 73 Abs .1 S. 1, 1a AMG Mit Urteil vom 12.01.2012 (Az. I ZR 211/10) hat der BGH entschieden, dass ein von eine…

BGH: Rabattgewährung bei Arzneimittelbezug aus EU-Ausland für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente zulässig

Dr. Graf | 7. Februar 2012 — Rechtsnormen: § 73 Abs .1 S. 1, 1a AMG Mit Urteil vom 12.01.2012 (Az. I ZR 211/10) hat der BGH entschieden, dass ein von eine…

Arzneimittelrecht: Rabattmodell für den Arzneimittelbezug aus dem Ausland

Praxis Freiberufler-Beratung | 31. Januar 2012 — Der BGH hat ein Rabattmodell für Arzneimittel teilweise für unbedenklich angesehen, bei dem verschreibungspflichtige und nicht ver…

BGH: Re-Import nicht verschreibungspflichtiger Medikamente durch Apotheke zulässig, sofern diese Vermittler ist

Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 19. Januar 2012 — BGH Urteil vom 12.01.2012 I ZR 211/10 Europa-Apotheke Budapest Der BGH hat entschieden, dass der Re-Import nicht verschreibungspfl…

BGH [ver]schreibt bittere Pille für Konkurrenz beim „Freilassinger Rabattmodell“

Jus@Publicum | 16. Januar 2012 — © Liz Collet Der u.a. für das Wettbewerbsrecht zuständige I. Senat des BGH hat ein von einer Freilassinger Apothekerin betri…

BGH entscheidet über Rabattmodell für den Arzneimittelbezug aus dem Ausland

RA Dr. Böttner | 20. Januar 2012Strafrecht / Arzneimittelbezug / Rabattmodell / BGH / Arztstrafrecht Quelle: Pressemitteilung des BGH Nr. 005/2012 vom 13.0…