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Bezüge offen legen - Alles? Wirklich Alles?

am 20.11.2007 von http://lawontheblog.kundp.at

Alle wollen es jetzt wissen - Nebeneinkünfte von Politikern offen legen. Nun gut - nun auch mein Senf dazu:
Erste Frage: Wer soll aller als “Politiker” gelten? Nur Angehörige von gesetzgebenden Körperschaften? Auch die Exekutive? (Müsste heißen: neben MinisterInnen und StaatssekretärInnen auch Landesräte und -innen bis hin zu Mitgliedern von Gemeindevertretungen und Stadtregierungen.) Frage: Warum dann nicht nachgerade alle, die Bezüge aus öffentlichen Mitteln beziehen? (Also etwa RichterInnen, Beamte, Vertragsbedienstete, Mitarbeiter von sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts, politischen Parteien). Und vor allem: im Zuge der Ausgliederungen in privatrechtliche Organisationsformen wurden in den letzten Jahrzehnten tausende Arbeitsplätze außerhalb der öffentlichen Verwaltung geschaffen, die durch das Band der kapitalmäßigen Verflechtung nach wie vor wirtschaftlich zur öffentlichen Hand gehören. Daher: wenn Offenlegung, dann auch alle Bezüge aus diesen Rechtsträgern?
Zweite Frage: Was soll als Nebeneinkünfte gelten? Nur Dienst- und Werkverträge oder auch Kapitalvermögenseinkünfte, etwa Ausschüttungen aus Kapitalgesellschaften oder endbesteuerte Zinsenerträge? Was ist mit Einkünften, die infolge zuvor durchgeführter Einbringung im Rahmen einer Privatstiftung anfallen und jetzt oder später an Begünstigte, zB Familienmitglieder, zufließen werden? (Man denke etwa an das Modell, Immobilienbesitz - anstatt Barvermögen - zu akkumulieren, weil das nach alter erbschaftssteuerlicher Rechtslage steuerlich günstiger war, als etwa Bargeld zu vererben.)
Ich wollte das nur einmal so anreißen, um klar zu machen, dass das Thema - wie meistens - etwas vielschichtiger ist, als es in der medial verkürzten Debatte scheinen will. Denkbar wäre, das Steuergeheimnis abzuschaffen, und jedem den Abruf der Steuerbescheide von jedermann - gleich via …

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